Im Mittelpunkt der Jahresversammlung der CVP-Ortspartei stand ein Referat von Hanspeter Jeseneg über neue Kernkraftwerke, Endlager und die Studie für das Niederamt. Die Präsidentin Monika Eicher führte durch die Jahres-Versammlung mit den offiziellen Traktanden. Zum Schluss berichteten die Behördemitglieder über ihre Geschäfte und Anliegen.
(heg) Ortsparteipräsidentin Monika Eicher freute sich 24 Teilnehmerinnen und Teilnehmer zur Jahresversammlung im Waldhaus begrüssen zu können. Dazu lagen diverse Entschuldigungen vor. Die offiziellen Traktanden wickelte sie speditiv ab. In ihrem Jahresbericht zählte die Vorsitzende, neben der politischen Alltagsarbeit, die wichtigsten Veranstaltungen des abgelaufenen Jahres auf. An fünf Sitzungen tagte der Vorstand, um die wichtigsten Geschäfte zu behandeln. Zu den Sitzungen wurden jeweils auch einzelne Kommissionsmitglieder eingeladen, die über ihre Arbeit oder die anstehenden Geschäfte berichteten. Im Mittelpunkt des vergangenen Jahres stand die Teilnahme am Dorffest mit einem eigenen Beizli. Mit dem Verkauf von „Brotchäs" und Getränken konnte, dank dem grossen Einsatz der Leute, ein erfreulicher Gewinn erzielt werden. Am Waldarbeitstag wurde die Umgebung des Findlings im Räsgraben gereinigt und der Zugang verbessert. Die Präsidentin dankte der Bürgergemeinde mit dem Präsident Stefan Scherer für die Übernahme der Kosten. Zum Mandatsträgeressen von Ende Oktober waren auch die Helferinnen und Helfer des Beizlifestes eingeladen. Kassier Peter Zumstein konnte über einen erfreulichen Kassenstand berichten, besonders wegen der Einnahmen beim Dorffest. Die National- und Ständeratswahlen vom 23. Oktober prägen das Jahresprogramm für 2011. Beteiligen wollen wir uns am 28.5. bei der Wanderung auf dem Jakobsweg (Huttwil - Burgdorf) der Ökumene Gretzenbach und dem Tagesausflug der Amteipartei Olten-Gösgen vom gleichen Datum. Am Freitag, 28.10. steht das Mandatsträgeressen auf dem Programm. Am 24.2.12 findet die nächste Jahresversammlung im Römersaal statt. Die Ortspartei kann dann ihren 100. Geburtstag feiern. Die diversen Behördemitglieder orientierten über anstehende Geschäfte und brachten ihre Anliegen vor. Bei der Erstellung von Bauten sind Gesuche nötig. Beim Umweltschutz ist die Grünabfuhr gestartet worden und für den Lehrpfad werden weitere Ideen und Routen gesucht. Die Werkkommission lässt zukünftig die Schulanlagen überwachen. Mit dem Dank für die geleisteten Arbeiten und die Einsätze während eines Jahres, schloss die Präsidentin eine gutgelungene Veranstaltung.

Politische Entscheide nötig
Fachmännisch referierte Hanspeter Jeseneg über Endlager, neue Kernkraftwerke
und die Studie, die die Niederämter Gemeindepräsidenten in Auftrag gegeben hatten. Beim Energieverantwortlichen im Gemeindepräsidentenverband Niederamt und Präsidenten der Plattform Jura-Südfuss und ihrem Vorstand gehen die Arbeiten für die nächsten Jahre nicht aus. Die Region, betroffen sind ca. 50 Gemeinden in den Kantonen Aargau und Solothurn, bleibt im Rennen um ein Endlager für schwach- und mittelradioaktive Abfälle. Sechs Regionen in der Schweiz verfügen über die nötigen Voraussetzungen für die Errichtung des Endlagers. Es gäbe eine Gegend, die sich speziell dafür eignet, aber diese liegt zu nahe an der nördlichen Landesgrenze. Der Bund schreibt ein basisdemokratisches Vorgehen vor. Alle Gemeinden und ihre Institutionen, von Parteien, über Vereine und Interessengruppen, müssen um eine Stellungnahme gebeten werden, um Vor- und Nachteile für die Region auszuloten und das bestmögliche Resultat herauszuholen, ob nun das Endlager kommt oder nicht. Wichtig ist, dass wir uns gut einbringen und das Beste für unsere Gegend herausholen, betonte der Referent. Mit dem geänderten Kernenergiegesetz braucht es eine Volksabstimmung zum Bau von neuen Kernkraftwerken. Die betreffende Region kann nichts dazu sagen. Drei
Standorte mit gleichen Reaktortypen haben Gesuche für neue Anlagen eingereicht.
Gemäss der Studie ist die Bevölkerung im Niederamt zu je einem Drittel noch unentschlossen, ein Drittel ist positiv eingestellt und ein weiteres Drittel ist dagegen.. Ein zweiter, analoger Kühlturm kommt nicht in Frage. Eher ein Hybridturm, der kaum Dampf erzeugt, aber mit einem gigantischen Ventilator ausgerüstet wird und für ein ständiges Geräusch sorgt. Dazu kommt, dass während ca. zwanzig Jahren ein Parallelbetrieb der Kernkraftwerke läuft. Unbestritten ist, dass die Elektrizitätswirtschaft höhere Abgaben leisten muss und diese sollten gerechter verteilt werden. Beide Projekte, Endlager und Kraftwerk fordern unsere Gemeinde in grossem Umfange. Würde damit die Lebensqualität in unserer Region gefährdet? Mit höheren Abgaben gäbe es Möglichkeiten für eine Entwicklung und Behebung struktureller Mängel im Niederamt. Es gilt die Vor- und Nachteile gut abzuwägen, um vor der Abstimmung das Optimum herauszuholen. Mit grosser Kompetenz nahm er zu den anschliessenden Fragen Stellung. Mit Hanspeter Jeseneg steht der richtige Mann an der Spitze der Organisationen, im Zusammenhang mit der Kernenergie.

Bild: Präsidentin Monika Eicher führt durch die Jahresversammlung