Der letzte Energie-Apéro Aargau in Lenzburg der Saison 18/19 fand am 14. März 2019 im Gemeindesaal am Metzgplatz statt. Dieses Mal ging es um die Kosten-Nutzen Analyse, die die Energiewende mit sich zieht. Der Anlass zog mit fast 200 Gästen rekordverdächtig viele Interessierte an. Es referierten dazu Prof. Dr. Anton Gunzinger von der ETH Zürich sowie Prof. Dr. Frank C. Krysiak von der Universität Basel.

Gian von Planta, Leiter Anlagen und Netze SWL Energie AG und Vertreter der Gastgeberin des Energie-Apéros in Lenzburg war stolz, eine Rekordzahl an Gästen empfangen zu dürfen. Ebenso durfte er mit dem ersten Referenten Anton Gunzinger, nicht nur einen Professor von der ETH Zürich, sondern auch den Autor des Buches „Kraftwerk Schweiz: Ist die Energiewende möglich und was würde sie kosten?“ vorstellen. Mit Grafiken zur Entwicklung der Kosten von Öl im Vergleich zu Photovoltaik und Wärmepumpe, sei dies beim Wohnen oder in der Mobilität, gibt es bei seinen Studien nur ein Fazit: erneuerbare Energien sind günstiger und wertvoller; dies bei gleichbleibendem Wohlstand und technischer Machbarkeit. Gunziger fordert jeden dazu auf zu handeln und nicht auf die Schweizer Politik zu warten, denn diese „stecke gerade in einer, vom Rest der Welt losgelösten Wolke“, kurz sie verschlafe die Entwicklung. Er ruft dazu auf, Häuser zu renovieren, Solaranlagen aufs Dach zu setzen und nur noch elektrische Fahrzeuge anzuschaffen. Denn die grössten Einsparungen erziele man beim Energieverbrauch des Wohnens und der Mobilität. Weitere 25 Prozent gingen auf Kosten der Ernährung, was vor allem weniger Fleisch auf dem Tisch bedeute.  

Mehr Lebensqualität und Sicherheit

Der zweite Redner, Frank C. Krysiak ging auf die Gestaltung der Energiewende ein und wie die Schweiz dabei den grössten Nutzen erzielen könne. Dass die Wende in erneuerbare Energien gerade jetzt stattfindet, ist für Krysiak ebenso klar, wie für seinen Vorredner. Und die Wende findet weltweit statt, allem voran in China, in ganz Asien aber auch in Europa und den USA. Stichworte dazu sind Dekarbonisierung, Diversifizierung der Energieträger, Dezentralisierung - jeder hat seine eigene Solaranlage - aber auch Digitalisierung, das heisst „smarter Verbrauch von Energie“. Energiewenden seien Revolutionen in Zeitlupe, sagte Krysiak; die jetzige schreite jedoch, im historischen Kontext betrachtet, erstaunlich schnell voran. Der Nutzen der Klimawende aus seiner Sicht zeigt sich in drei Bereichen: erstens, die Lebensqualität steigt – weniger Lärm, bessere Luft. Zweitens, die Wirtschaftlichkeit verbessert sich, denn erneuerbare Energien sind schon heute in vielen Bereichen günstiger als fossile Energien und die wirtschaftliche Dynamik einer Volkswirtschaft bleibt erhalten. Drittens verschafft die regionale Produktion, die mit den erneuerbaren Energien einhergeht, Sicherheit.

Im Anschluss an den Anlass wurden die Themen beim Apéro rege weiter diskutiert. 

 Mehr Informationen finden Sie unter www.energieaperos-ag.ch