In ihrem aussergewöhnlichen Soloprogramm führte Edith Habraken das Publikum in die Welt der Perkussion ein. Durch visuelle Elemente wie Licht und Schatten machte sie Musik sichtbar, so dass sich die Frage stellte: Sehen wir oder hören wir?

Die 50. Etappe von KUL’TOUR Gipf- Oberfrick fand bei „2Rad Ackle“ statt. Der Inhaber Andy Ackle durfte an diesem Abend Basel’s virtuoseste Trommlerin in seiner Werkstatt begrüssen. Er forderte das Publikum deshalb auf, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren und sich an diesem Abend ganz der Musik zu widmen.

Dieses Motto entsprach auch dem Programm der Solistin Edith Habraken, die die Aufmerksamkeit der Zuhörer ganz und gar auf den Klang lenkte und dabei auf grosse visuelle Effekte verzichtete. Geleitet durch die spezielle Atmosphäre der Fahrradwerkstatt, griff die Künstlerin auch gleich selbst in die Werkzeugkiste und erzeugte mit Hammer und Säge aussergewöhnliche Klänge. Sie sagte auch von sich selber: „Für sie sei alles Musik, was Töne erzeuge.“ Als absoluten Höhepunkt konnte man sicher den Moment bezeichnen, als sie ein Fahrrad als Trommel benutzte und ihm auch Trommelklänge entlockte.

Die Zuhörer folgten fasziniert den Rhythmen, die Edith Habraken durch einfachste Mittel entstehen liess. Sie bewies ihr musikalisches Können dabei auf der Marimba ebenso wie auf der Trommel. Die gebürtige Holländerin erzählte während des Trommelspiels, dass sie bereits als Kind ein grosser Trommelfan war und ihr die Schlagstöcke für das Schlagzeug in die Wiege gelegt wurden. Edith Habraken unterstrich ihr Programm zudem mit einer grossen Prise Humor. So wies sie die Zuhörer immer wieder daraufhin, dass sich die Zuhörer ein eigenes Bild zu ihren Melodien machen sollten und stellte im nächsten Moment humorvoll klar, was sich die Zuhörer vorzustellen hätten.

Vor fünf Jahren hängte Edith Habraken ihren Beruf der klassischen Orchesterschlagzeugerin an den Nagel. Sie hatte jedoch schon 2005 ihr erstes abendfüllendes Soloprogramm für Perkussion durchgeführt. 2010 folgte dann die zweite Produktion „Edith Habraken, slagwerker“. Daneben hat sie eine CD veröffentlicht und ist in verschiedensten Projekten tätig.

Edith Habraken konnte das volle Haus auf ihre eigene, virtuose Art und Weise verzaubern. Ihre aussergewöhnliche Kreativität, ihr Talent und ihre humorvolle Persönlichkeit machten die 50. Etappe von KUL’TOUR zu einem unvergesslichen Abend, so dass man sich bereits auf das Sommernachtsfest vom 21. Juni 2014 freuen darf.

KUL’TOUR ist ein Verein mit Sitz in Gipf- Oberfrick. Mehrmals im Jahr organisieren Vorstandsmitglieder kulturelle Anlässe wie Konzerte, Lesungen oder Theater mit der Unterstützung von hiesigen Gewerbetreibenden, die jeweils ihre Räumlichkeiten für den Anlass zur Verfügung stellen und dabei ihr Unternehmen vorstellen.

KUL’TOUR ist Kultur in ungewohnter Umgebung, doch oftmals verbindet sich die Darbietung mit dem Raum und offenbart ein Kulturerlebnis besonderer Art!