Auf dem Sportplatz Lindenrain in Attiswil spielten sich am Dienstagabend dramatische Szenen ab. Beim Fällen eines Baumes rutschte einem jungen Mann die Kettensäge aus der Hand und er erlitt am Oberschenkel eine starke Blutung. Sein Kollege trug keine Handschuhe und verschnitt sich beide Hände. Die Schwester von ersterem rief hysterisch um Hilfe. Doch keine Angst. Die Verletzungen waren alle inszeniert durch den Samariterverein Attiswil anlässlich der gemeinsamen Samariterüberung Bipperamt.

Einmal jährlich treffen sich die Samaritervereine Attiswil, Oberbipp, Rumisberg, Farnern, Bannwil, Niederbipp, Aare-Jurasüdfuss und Walliswil-Bipp zur gemeinsamen Übung. Mit dem Ziel, in zufällig durchmischten Gruppen verschiedene Ernstfälle zu trainieren. Rita Meer, Präsidentin des Samaritervereins Attiswil, begrüsste am Dienstagabend die rund 60 Samariter, davon 18 aus Attiswil. Speziell willkommen heissen durfte sie Dora Urwyler, die Ehrenpräsidentin des Samaritervereins Attiswil, die immer noch interessiert dem Geschehen des Vereins folgt. Rita Meer bedankte sich bei den vielen Helfern.

Die Samariter hatten nun alle Hände voll zu tun. Denn die 20 Figuranten wiesen die unterschiedlichsten Verletzungen auf, die versorgt werden mussten. Nebst dem Unfall beim Sägen im Wald galt es, einen verunfallten Rollerfahrer mit Verdacht auf Rückenverletzungen zu betreuen. Ein Junge erlitt einen offenen Beinbruch beim Fussball spielen. Jemand verbrannte sich beim Bräteln, ein Mann hatte einen Bienenstich, irgendwem flog etwas ins Auge und andere erlitten Schwächeanfälle oder ihnen war einfach nur schlecht. Unter die Haut ging die Szene mit der Mutter, deren Kind plötzlich nicht mehr atmete. Nicht nur diese Figurantin bewies beeindruckendes schauspielerisches Talent.

Die Samariter wussten, was zu tun war, leisteten erste Hilfe, kümmerten sich um die Verletzten und übten die Herzmassage. Zusätzlich vertrieben sie torkelnde und pöbelnde Betrunkene und Paparazzi, die unbedingt einen Blick auf die Verletzten werfen wollten. Nach Abschluss jeden Postens folgte eine kurze Besprechung mit Rückblick auf die Übung. Für einige war es an den Posten chaotisch und viel auf einmal, andere fanden genau dies hervorragend. Beim gemütlichen zweiten Teil mit Hot Dog und Dessert liessen die Samariter den Abend ausklingen.