In der Galerie am Bach findet bis am 18.Dezember 2016 eine sehenswerte Ausstellung statt, die sich mit den Arbeiten dreier Kunstschaffenden intensiv befasst und viel neue Aspekte eröffnet

Renata Fiechter zeigt eine farbintensive Malerei, die von grosser Faszination ist. In ihren abstrakten Bildräumen erkennt man eine Fülle an Zeichen und Bewegung. Farben werden in lebhafter Intensität gegeneinander abgesetzt. Die Flächen sind reich strukturiert, mehrere Schichten übereinander. Oft wird ein Fremdmaterial integriert und ihre Aussage bekommt zusätzliche Aussagekraft, manchmal aus der Struktur heraus etwas Dreidimensionales . Sie ist in Engelberg im Kanton Obwalden geboren und lebt mit ihrer Familie seit vielen Jahren in Erlinsbach. Sie hat sich zu einem grossen Teil die Malerei selbst beigebracht, aber in den vergangenen Jahren auch in der unterschiedlichen Technik viel dazu gelegt. Collagen, Acryl-Mischtechniken, Bildräume mit Pigmenten, Beizen, Tusche erhöhen die Spannung. Das Emotionale steht im Vordergrund, sie lässt ihren Fantasien freien Lauf, ändert spontan und hat doch eine klare Vorstellung, wie das Endergebnis aussehen soll.  Ständig ist sie auf Entdeckungsreise, signalisiert Lust am Experimentieren, probiert neue Techniken aus und ist ihrer Malerei leidenschaftlich verfallen. So entstehen grossartige malerische Arbeiten in leuchtenden Farben, die lebhaft gegeneinander abgesetzt werden. Man erkennt Zeichen und Markierungen, Oeffnungen und wird in Atem gehalten, wenn man mit den Augen diese Bildräume durchwandert. Sie ist eine Malerin, die ganz aus sich heraus lebt und ihre Malkunst auf eine besondere Art aktiviert.

Daniela Müller-Niederer aus Olten ist  eine Steinbildhauerin , die mit ihren Objekten aus Stein, Beton und Ton Furore macht. In sinnlichen, zurückgenommenen, klaren Formen zeigt sie die Schönheit eines Objektes, spielt mit der Musterung des Alabasters, manchmal auch mit Marmor. In dieser Ausstellung erkennt man Arbeiten von klarer Eindrücklichkeit, Objekte, Skulpturen in Alabaster,  voller beseelter Intensität, und doch spürt man die kühle Ueberlegung des klaren Ordnens von Linien und Rundungen. Sie ist eine begabte Steinbildhauerin, die noch viel von sich reden machen wird. Nach ihrer fundierten  Ausbildung gewann sie viele Auszeichnungen, machte  eine Pause, in der sie sich mit Kunstvermittlung befasste und ist nun seit ein paar Jahren wieder voll in ihre kreative Arbeit eingestiegen. In der Galerie geniesst man ihre Formen, die Schönheit, die ihre Objekte ausstrahlen und erkennt eine Künstlerin, die viel Sinn für Ausgewogenheit und Aesthetik in sich hat.

Marcel Wagner als Dritter ist ein Künstler , der ungemein vielschichtig an seine kreative Arbeit geht. Er pendelt zwischen Europa und Asien dahin, entdeckt für sich in grosser Intensität die Welt und schafft Bilder und Objekte, die begeistern. Seine Bilder werden zum Teil mi Kaffee-Eitempera gemalt. Eine einzigartige Technik, die Brauntöne möglich macht, die erdige archaische Prozesse signalisieren. Seine Gesichter bestechen durch die Augen, die einem entgegen sehen, durch die Schönheit der Körper und durch das fein Bewegte im Bildraum. Eine Sensation sind seine Steinobjekte, Kieselsteine , die leicht beschädigte Stellen aufweisen, bestückt er mit Farben und Substanzen, legt darüber eine Kunstharzmasse, gleich einem Spiegelglas, durch das man hindurchsehen kann, so als blickte man in das Innere des Steins. Man erlebt eine neue Dimension des Gegenstandes. Es sind dies wunderschöne Objekte, die einen fesseln. Die Arbeit ist ungemein aufwändig, aber das Resultat dafür von einmaliger Ausstrahlung, denn seine verletzten Steine bekommen ein neues Leben, ein Innenleben, das Geschichte erzählt und jeden gefangen nimmt.

Madeleine Schüpfer