Für das Ziel der Mai-Wanderung wählten wir das Gebiet vom Etang de la Gruère, welches in der Nähe von Saignelégier liegt. Doch um in dieses schöne Wandergebiet zu gelangen, mussten wir eine rund zweistündige Bahnfahrt mit einigen Umsteigeübungen hinter uns bringen. In Le Noirmont hiess es ein letztes Mal aussteigen, nach wenigen Metern standen wir vor dem Hôtel du Soleil und konnten uns mit Kaffee und einem „Croissant“ stärken. Bei schönstem Sommerwetter machten wir uns auf den Weg zu unserem Tagesziel, dem Etang de la Gruère. Durch das Industriegebiet verliessen wir Le Noirmont der Bahnlinie entlang und erreichten bald Les Emibois und bogen Richtung Le Roselet ab. Dieser Ort beherbergt die Stiftung, welche ältere Pferde, Ponys und Esel aufnimmt und bietet ihnen einen schönen Lebensabend auf weiten Juraweiden. Wir jedoch folgten dem Weg nach Les Chenevières und Les Cerlatex. Durch eine typische Juralandschaft, mit Tannen und Weiden, erreichten wir zur Mittagszeit den Weiler La Theurre mit der Gaststätte Auberge de la Couronne. Hier wurde Mittagsrast gehalten. Mit einer einfachen jurasischen Mahlzeit lernten wir auch diese Seite des Jura kennen. Mit einem Kaffee, gespendet von einem Kameraden, nochmals herzlichen Dank, beendeten wir die Mittagspause.

Die Wanderung zum Naturschutzgebiet vom Etang de la Gruère dauerte nur ein paar Minuten. Zum Teil auf Stegen und über kleine Brücken schlängelt sich ein gut ausgebauter Weg um den idyllische See. In diesem Hochmoor, das schon früher einen Weiher enthielt, wurde in den 50er Jahren des 17. Jahrhunderts der Etang de la Gruère durch einen Erddamm aufgestaut. Er sollte damals als Sammelbecken für den Betrieb einer Mühle dienen, damit auch in niederschlagsarmen Perioden genügend Wasserkraft vorhanden war. An die Stelle der Mühle trat später eine Sägerei. Das Seewasser zeigt die für Moorgebiete typische braune Farbe mit feinen Torfresten und Humusstoffen.

Zum Rundgang dieses schönen Naturschutzgebietes löste sich die Gruppe auf, die einen verweilten etwas länger an den idyllischen Plätzen als andere. Wir trafen uns wieder im Restaurant der Mittagspause und genossen eine Erfrischung an diesem recht warmen Frühsommertag. Bald hiess es Abschied nehmen von den Freibergen. Genau zur Abfahrtszeit des Busses nach Reusilles/Tramlan fielen die ersten vorausgesagten Regentropfen. Reich an den vielen Eindrücken reisten wir via Biel nach Wangen zurück.

                                                                                                        Von Robert Bitterli