Aeschi (SO)

Die Fusion wird wortlos genehmigt

megaphoneaus Aeschi (SO)Aeschi (SO)

Die Fusion der Raiffeisenbank Aeschi-Buchsi mit der Raiffeisenbank Wasseramt Mitte zur neuen Raiffeisenbank Wasseramt-Buchsi stand im Mittelpunkt der 113. und letzten Generalversammlung der Raiffeisenbank Aeschi-Buchsi. Die 413 anwesenden Genossenschafter hatten keine Einwände gegen dieses Vorhaben, stimmten grossmehrheitlich und ohne eine einzige Wortmeldung der Fusion zu.

Die Fusion der beiden Raiffeisenregionalbanken überstrahlte die Generalversammlung der Raiffeisenbank Aeschi-Buchsi in der Mehrzweckhalle in Aeschi, die mit 413 erschienenen Genossenschaftern bis auf den letzten verfügbaren Platz gefüllt war. Verwaltungsratspräsident Urs Hunziker (Herzogenbuchsee) erläuterte gegenüber den Genossenschaftern noch einmal die Gründe für die geplante Fusion der beiden Raiffeisenbanken Aeschi-Buchsi und Wasseramt Mitte zur neuen Raiffeisenbank Wasseramt-Buchsi.

Er wies darauf hin, dass die Finanzmarktaufsicht (FINMA) im Anschluss an die Bankenkrise die Anforderungen an die Banken erhöht und gleichzeitig auch strengere Regulatorien eingeführt habe. Die Raiffeisenbank Aeschi-Buchsi habe nur dank einer befristeten Ausnahmebewilligung die Geschäftstätigkeit in ihrer heutigen Form weiter ausüben können, denn die Regionalbank erfüllt die erhöhten Anforderungen nicht mehr, obwohl sie finanziell sehr gesund dasteht. Hunziker nannte einige Anforderungen, die von der Raiffeisenbank Aeschi-Buchsi nicht erfüllt werden, so beispielsweise die vorgeschriebene Funktionentrennung Front/Back (Kundenkontakt/Abwicklung). Zudem ist die Sicherstellung von Stellvertretungen nicht gewährleistet.

Zu klein für Eigenständigkeit
Der Verwaltungsrat habe sich eingehend mit der neuen Situation beschäftigt, betonte der VR-Präsident weiter. Man habe geprüft, mit welchen Massnahmen die Auflagen erfüllt werden könnten. Am Ende seien zwei mögliche Varianten zur Diskussion gestanden: Die Eigenständigkeit bewahren, was eine personelle Aufstockung von zwei oder drei Kadermitarbeitenden sowie erhebliche organisatorische Massnahmen erfordert hätte oder die Fusion mit einer anderen Raiffeisenbank.

 Urs Hunziker entgegnete gegenüber den Genossenschaftern, dass der Entscheid gegen die Eigenständigkeit kein Hüftschuss gewesen sei. Die Fusion mit der Raiffeisenbank Wasseramt Mitte sei in der Folge wohlüberlegt vorbereitet worden. Gegen die Eigenständigkeit habe gesprochen, dass man die organisatorischen Massnahmen sowie die Aufstockung der benötigten Kadermitarbeiter kaum verkraftet hätte und dadurch die künftige Wirtschaftlichkeit der Regionalbank gefährdet gewesen wäre. Man habe feststellen müssen, dass die Raiffeisenbank Aeschi-Buchsi personell und umsatzmässig einfach zu klein sei, um die erforderlichen organisatorischen Korrekturen finanziell sinnvoll umsetzen zu können. Zudem könnten die Eigenmittelvorgaben in Zukunft nicht mehr erfüllt werden.

Erfolgreiches letztes Jahr
Durch die Fusion mit einer andern Regionalbank könnten die heutigen „Mängel“ behoben werden. Dabei hätten zahlreiche Gründe für eine Fusion mit der Raiffeisenbank Wasseramt Mitte gesprochen, hob Hunziker weiter hervor und erwähnte, dass die beiden Banken direkt aneinandergrenzen und damit einen kompakten Wirtschaftsraum abdecken. Zudem würden sie sich in Bezug auf Wachstum und dessen Finanzierung optimal ergänzen. Auch würden die Kulturen der beiden Banken zueinander passen.

 Das sahen auch die Genossenschafter so, die keine Einwände gegen die Fusion hatten und ohne eine einzige Wortmeldung die Fusion mit 390 Ja- gegen 15 Nein-Stimmen, bei acht Enthaltungen, genehmigten. Damit die Fusion rechtskräftig wird, muss die Generalversammlung der Raiffeisenbank Wasseramt Mitte am 20. Mai der geplanten Fusion ebenfalls noch zustimmen. Hunziker versicherte abschliessend, dass nach erfolgter Fusion keine Geschäftsstellen geschlossen würden und auch sämtliche Arbeitsplätze erhalten blieben. Die neue Regionalbank wird 13 343 Mitglieder zählen und 69 Mitarbeitende beschäftigen. Mit Gerhard Kaufmann, Sonja Gerspacher und Martin Sommer werden drei Personen aus dem bisherigen Verwaltungsrat der Raiffeisenbank Aeschi-Buchsi im neuen VR der Raiffeisenbank Wasseramt-Buchsi vertreten sein, der von Beat Muralt präsidiert werden wird.

 Zuvor hatten die Genossenschafter zur Kenntnis nehmen können, dass das letzte Geschäftsjahr der Raiffeisenbank Aeschi-Buchsi äusserst erfolgreich verlaufen war. So verzeichnete die Bank bei den Hypothekarausleihungen ein starkes Wachstum von 6,9 Prozent auf 286,5 Millionen Franken. Auch die Kundeneinlagen stiegen um 8,8 Prozent auf 259,2 Millionen Franken. Damit stieg auch der Jahresgewinn trotz einem angespannten Wirtschaftsumfeld um 5,8 Prozent auf 359 842 Franken. Zum Schluss der Versammlung wurden die austretenden Verwaltungsräte Barbara Kaufmann (Niederönz, seit 2005 im VR), Felix Ruchti (Inkwil, 1999), Fritz Zahnd (Aeschi, 2009) und Urs Hunziker (Herzogenbuchsee, 2009, seit 2011 Präsident) gebührend verabschiedet.

Meistgesehen

Artboard 1