Derendingen

Die Derendinger Feuerwehr beweist Kompetenz

megaphoneLeserbeitrag aus DerendingenDerendingen

Mit einem kurzen Tatü-Tata und mit Blaulicht fährt der Einsatzwagen in die Walter-Weber-Strasse ein. Dort steht ein Lieferwagen Eines der blauen Fässer ist umgefallen und ausgelaufen. Beim genaueren Hinschauen erkennt man, dass dieses Fass als Gefahrengut bezeichnet ist. Rasch ziehen die Derendinger Feuerwehrleute ihre Atemschutzgeräte an. Der Fahrer des Lieferwagens, der bewusstlos am Boden liegt, muss geborgen werden, ohne dass sich die Truppe selber in Gefahr bringt.

„Heute steht eine gut gemischte Gruppe unter dem Kommando von Jan Bader im Einsatz“, erklärt Feuerwehrkommandant Marco Imbach den Ablauf der Hauptübung. „Es hat einige Leute darunter, die erst seit kurzer Zeit bei der Feuerwehr sind und ich bin gespannt darauf, wie sie die ihre Aufgabe lösen.“

Die Schaulustigen, darunter sehr viele Kinder, sind fasziniert, weil die Feuerwehr gleichzeitig rasch und ruhig zur Sache geht. Denn so dramatisch die Szene aussieht: In Wirklichkeit ist das Giftfass leer und beim „Verunfallten“ handelt es sich nur um eine Puppe. Am Samstag hatte nämlich die Feuerwehr jährlichen Hauptübung eingeladen.

Währen die Atemschutzleute das „Unfallopfer“ hinter einer kleinen Mauer in Sicherheit bringen und betreuen, rollt eine andere Gruppe die Schläuche aus. Schaum, Staub und Wasser stehen bereit, um für jeden erdenklichen Fall eingesetzt werden zu können. Die Löschtruppe wählt für diesen Einsatz richtigerweise zuerst den Schaum. Doch dann ändert sich das Szenario schlagartig. Die Chemikalien beginnen lichterloh zu brennen. Die Löschtruppe darf sich ebenfalls nur mit Atemschutzgeräten dem Brandherd nähern. Nach wenigen Minuten hat die Derendinger Feuerwehr auch diese gefährliche Situation im Griff.

Bei der anschliessenden Übungsbesprechung durch Cyril Kuratli gab es sowohl Lob als auch Kritik zu hören. Tempo, Effizienz und Einsatz seien gut gewesen, aber: Beim Auslegen der Schläuche wurde ein „Gnusch“ gemacht. „Bei einer Übung muss nicht alles perfekt sein, deshalb üben wir ja“, zeigte sich Kommandant Imbach am Ende trotzdem zufrieden. „Es geht darum, Schwächen und Fehler zu erkennen und auszumerzen. In diesem Sinne ist diese Hauptübung für mich erfolgreich verlaufen.“

Dann führte die Alte Garde mit ihrem Traktor Bujahr 1949 und der Leiter aus dem Jahr 1908 den Tross hinüber zum zweiten, gemütlichen Teil der Hauptübung. Vor dem Gemeindehaus konnte der jüngste Nachwuchs spielerisch üben, wie man ein kleines Feuer löscht und die mit grausigen Verletzungen bemalten Mitglieder des Samaritervereins schminkten den Kindern ihre Lieblinsmotive aufs Gesicht.

„Dank euch können wir alle nachts ruhig schlafen“, lobte Gemendepräsident Kuno Tschumi den Einsatz der Feuerwehr. Nach seiner ersten, erfolgreich verlaufenen Hauptübung erhielt der neue Kommandant Marco Imbach die frisch restaurierte, über einhundert Jahre alte Axt des Kommandanten überreicht. Geehrt wurden die frisch promovierten Feuerwehrleute und der ehemalige Kommandant Stefan Grossenbacher, nun nach 32 Jahren definitiv aus der Derendinger Feuerwehr austrat.

Meistgesehen

Artboard 1