Marie-Christine Egger erzählte am 18. Oktober 2018 zum ersten Mal die Geschichte des Handwerks in Solothurn gemeinsam mit dem heutigen ansässigen Gewerbe. Eine besondere Attraktion, live hinter die Kulissen von 5 ausgewählter Zunftbetrieben zu schauen. Die begeisterten Teilnehmer – geladene Gäste für die Premiere und anschliessend eine öffentliche Führung -  bestätigten die Attraktivität dieser Führung.

Entstanden ist die Idee an einem Anlass der Stadt- und Gewerbevereinigung als Aktion gegen das «Lädelisterben», kämpfen doch auch unsere Handwerker gegen Internetkäufe. Typisch Solothurn: nicht nur jammern, sondern Initiative ergreifen!

Geeignet ist diese Führung für Berufsschulen, Vereine, Firmen, Historiker – für alle, die mehr über Solothurn und über das Stadtbild prägende heutige Handwerk erfahren möchten.

Marie-Christine Egger führt durch die Zeitreise des schleichenden Wandels. Sie erzählt die Geschichte der besuchten Handwerkszünfte, während die «modernen» Handwerker ihre Arbeit vor Ort demonstrieren, sei es beim Bäcker am Schweizweit einzigartigen Holzofen, in der Werkstatt der Sattlerei Gysin, der Räumlichkeiten der Metzgerei Wälchli oder des Goldschmiedes Hofer – eine abwechslungsreiche Führung mit neuen Einblicken und Informationen, verbunden mit der Heiligen Solothurner Zahl 11, deren Hintergrund die 11 Zünfte sind.

Der «randständige» Gerber war dauernd erkältet und hatte Rheuma – nicht so bei Leder Gysin. Er ist Fachmann in der 3. Generation für Materialien des täglichen Gebrauchs wie Leder und Stoffe.

Seit dem 16. Jh. sind Solothurner Goldschmiede ein Begriff! Nebst Schmuck und Knöpfen fertigten sie Goldschmiede Trinkgefässe an.

Der Bäcker heute ist weniger muskulös als früher, denn im 19. Jh. wurde die Knetmaschine erfunden. Stadtbäcker waren wohlhabend. Mit den Abfällen konnten sie sogar ein Schwein mästen.

Tierschützer und Hygieniker würden sich bekreuzigen, wenn sie wüssten, wie man die Tiere früher schlachtete. Knochen, Klauen, Hörner und Fett bedeuteten ein Viertel der Einnahmen; für Ruedi Wälchli sind dies «Schlachtabfälle», für deren Entsorgung er heute sogar bezahlen muss.

Es gab „ehrliche“ und „unehrliche“ Berufe. Eine Lehre konnten sich nur reiche ehrliche Bürgerssöhne leisten. Bei Max Lerch (Samina) erfahren Sie, wer «ehrlich» und wer «unehrlich» war.

Buchungen jederzeit über www.solothurn-stadtfuehrungen.ch. Nächste öffentliche Führungen am Donnerstag, 15.11. und 29.11.2018, Start jeweils 19Uhr.

Treffpunkt: Bieltor Aussenseite Amthausplatz. Dauer 2 Std.