Der Zweckverband ARA Unterleberberg ZAUL ist mit seinem 12-Jahresprogramm baulich wie finanziell auf Kurs. Möglich ist, dass bereits ein Jahr früher als vorgesehen zum Tag der offenen Tür eingeladen wird. Das erfuhren die Delegierten an der Herbstversammlung in Hubersdorf.

Vermutlich erinnern sich Einwohnerinnen und Einwohner der Gemeinden Balm, Günsberg, Hubersdorf, Kammersrohr, Riedholz/Niederwil, Flumenthal und Attiswil nur noch verschwommen daran, dass sie in den Jahren 2010/11 an ihren Gemeindeversammlungen einen Kredit von 2,85 Millionen Franken für ein Mehrjahresprogramm 2012-2023 des Zweckverbandes ARA Unterleberberg genehmigt haben. Dieses Mehrjahresprogramm beinhaltete die Optimierung der Zulaufkanäle zur ARA Flumenthal aus dem ganzen Einzugsgebiet.

Schon bei der Planung der Anlage vor fünfzig Jahren hatten die Ingenieure Auffangbecken (RAs) unterhalb von Niederwil und zwischen Hubersdorf und Attiswil vorgesehen. Aus Kostengründen wurde damals auf den Bau verzichtet. Schliesslich war leichter Landregel in dieser Zeit über eine längere Zeitspanne üblicher, als die heutigen «Staudammbrüche». Genau wegen diesen in der heutigen Zeit enorm starken Regenereignissen, konnte der Zulaufkanal zur ARA die «angelieferten» Wassermassen nicht mehr verdauen. Schachtdeckel wurden vom Wasser in die Luft geschleudert, Schmutzwasser floss in die benachbarten Felder. Die Einleitung von gereinigtem Wasser in die Aare konnte nicht mehr sichergestellt werden.

Der vom Kanton genehmigt generelle Entwässerungsplan GEP war eine gute Grundlage für die Planungsarbeiten. Während der Umsetzungsphase flossen neue Erkenntnisse ein. So konnte nach dem Bau des RA 174 (unterhalb Günsberg) auch unterhalb liegende Bauten optimiert werden. Derzeit im Bau ist zwischen Hubersdorf und Attiswil der RA6, der ein Fassungsvermögen von 300 Kubikmetern bekommt. Durch diesen Bau genügt der jetzige, auf der ganzen Länge sanierte Kanal bis zur ARA Flumenthal.

An der Delegiertenversammlung wurde auch orientiert, dass als letztes Bauwerk, der RA1 Niederwil gebaut wird. Auch dafür soll das Baugesuch in den nächsten Tagen eingereicht werden. Gebaut werden soll das spätestens im Jahr 2020. Darum hofft der Vorstand, bereits 2021 zum Tag der offenen Tür in die ARA Flumenthal einladen zu können. Wenn weiter so konsequent gebaut wird und der Vorstand die Kosten im Griff behält, dürfte da für Besucherinnen und Besucher sogar «Wurst & Brot» drinliegen. An der DV wurde auch der Anschlussvertrag mit der Inertstoffdeponie Attisholz (SEG) gutgeheissen. Das bringt den ZAUL-Gemeinden jährlich einen kleinen Beitrag an die Betriebskosten.

Max Flückiger