Im Rahmen der alljährlichen Sonderausstellung sind im Paul Gugelmann-Museum Schönenwerd Plastiken der britischen Künstler Paul Spooner und Andy Hazell zu sehen. Mit der Vernissage in der Shedhalle an der Schulstrasse wurde die Ausstellung eröffnet.

Begrüssung und musikalische Umrahmung

     Toni Zaugg als Präsident des Fördervereins Paul Gugelmann-Museum freute sich über die zahlreichen Besucher. Er begrüsste vor allem die ausstellenden Künstler, welche zur Vernissage aus Grossbritannien angereist waren. Gruss und Dank des Präsidenten galten auch den Gästen, Mitwirkenden sowie den zahlreichen Helfern des Museums und der Ausstellung.

     Das Duo Momozart mit Olivia und Miryam Ebneter aus Safenwil umrahmte und bereicherte die Vernissage. Das einfühlsame Spiel der beiden Musikerinnen mit Geige und Querflöte fand die Aufmerksamkeit und den Beifall des dankbaren Publikums.

Laudatio zur Ausstellung der Besonderheiten

     Sergio Pinese aus Riehen hielt in seiner Laudatio fest, dass diese Sonderausstellung einige Besonderheiten aufweise. So sind zum ersten Mal Künstler aus England ins Paul Gugelmann-Museum eingeladen worden. Damit gibt es Sprachbarrieren zu überwinden. Kunst bedarf aber vielfach keiner Erklärungen und Übersetzungen. Sie sollte ohne Worte unterhalten können und zum Denken und zu Diskussionen anregen. Erstmals sind auch Kunstwerke von auswärtigen Künstlern der Sonderausstellung beweglich und erzählen damit Geschichten. Darin gleichen sie Paul Gugelmanns eigenen Werken.

     In England werden bewegliche Skulpturen Automaten genannt. Seit rund 40 Jahren besteht eine aufstrebende Automatenbewegung mit etwa 20 bekannten Künstlern. Beide im Gugelmann-Museum ausstellenden Künstler wollen die Betrachter mit ihren Werken unterhalten und zum Träumen oder Nachdenken verleiten.

     Andy Hazell (Knighton GB) entdeckte in den achtziger Jahren das Dosenblech, experimentierte mit mechanischen Skulpturen und wurde unter anderem zum Automatenbauer, welcher bewegte Blechfiguren, Spendenboxen für Museen und Einrichtungen für Film und Fernsehen herstellt. Nebst Automaten baut er auch wetterbeständige, überdimensionale Skulpturen für den öffentlichen Raum wie Plätze, Firmeneingänge, Verkehrskreisel oder auch Spitäler. Dabei können die Objekte auch einmal zehn Meter übersteigen. Hazell sagt über sich selber: «Ich geniesse es zu erschaffen und Blechstückchen zu falten, biegen, hämmern und schweissen. Die dann entstehenden Personen scheinen bei ihrer Tätigkeit an einen anderen Ort und ein anderes Leben zu denken. Mit meinen Werken hoffe ich, die Welt ein wenig interessanter zu machen.»

     Paul Spooner (Stithians GB) zeichnet sich durch sehr vielfältige Arbeiten aus. Seine Werke sind vor allem in Wissenschaftsmuseen auf der ganzen Welt anzutreffen und derzeit auch in zwei Ausstellungen in Baltimore und Südkorea. In der Schweiz waren sie das letzte Mal vor 15 Jahren im Technorama Winterthur zu sehen. Spooner über sich selber: «Ausser all den Autos, Uhren und anderen Maschinen, die unser Leben effizient und komfortabel gestalten, gibt es ziemlich viele Maschinen, die keinen praktischen Nutzen besitzen. Meine Maschinen sind noch unnützer. Ich mache Maschinen zu Themen, welche ich komisch oder absurd finde. Dies in der Hoffnung, andere Menschen würden das Gleiche fühlen. Für mich ist es das Beste, wenn ich mit einer wundervoll komischen Idee starte und eine Spur davon den Herstellungsprozess überlebt.»

     Sergio Pinese forderte die Vernissagebesucher auf, die Ausstellung zu geniessen und die Kunstwerke für sich selbst sprechen zu lassen. Die Künstler würden sich über Reaktionen freuen.

Lebendige Ausstellung

     Toni Zaugg lud die Besucher zum Apéro im Vernissagelokal und zum Besuch der Ausstellung im Paul Gugelmann-Museum ein. Dort könnten die Kunstwerke nicht nur bestaunt, sondern natürlich auch gekauft werden.

     In der Ausstellung fiel sofort auf, dass die Werke bei ihren Betrachtern jeglichen Alters Heiterkeit, Bewunderung, Verblüffung und auch Nachdenklichkeit auslösten. Dass die Figuren fast alle beweglich waren, erhöhte natürlich ihre Faszination. Die von den Künstlern erhofften Reaktionen waren zahlreich. Paul Spooner und Andy Hazel unterhielten sich denn auch offensichtlich glänzend und der Kontakt zum Publikum funktionierte trotz der erwähnten Sprachbarriere.

     Viele Besucher konnten nicht widerstehen und erwarben ihr Lieblingsstück. Laut Geschäftsführerin Alice Kling waren bis zum Ende des Vernissageabends bereits 14 von 27 Werken verkauft!

Die Sonderausstellung mit Werken von Paul Spooner und Andy Hazell im Paul Gugelmann-Museum Schönenwerd dauert noch bis zum 6. Juli 2014. Öffnungszeiten: Mittwoch, Samstag und Sonntag 14.00 - 17.00 Uhr. Weitere Informationen unter www.gugelmann-museum.ch und Tel. 062 849 65 40.

Hans Beer (Text und Bilder)