Mit zwei herausragenden Leistungen krönte sich Adrian Jäggi zum Bike-OL Junioren-Europameister in der Mitteldistanz und holte sich zudem die bronzene Auszeichnung in der Langdistanz. Nach dem Sprint-Weltmeistertitel im Vorjahr beweist der Biberister erneut, wie er auf den Tag X die physische Form und den mentalen Fokus auf den Punkt bringen kann.

Am Schweizer Nationalfeiertag müsse doch ein Schweizer Erfolg her, verkündete der Eventspeaker in Ormes wiederholt. Es war ein würdiges Mitteldistanzgelände einige Kilometer westlich von Orléans. Kleine Gebiete mit vielen feinen und verschlungenen Pfaden, die ins Unterholz gehauen wurden, wechselten sich mit schnelleren Partien mit mehrheitlich breiten Wegen ab.

Adrian Jäggi nahm sich die Worte des Speakers zu Herzen und siegte. Der Wettkampf passte ihm gut: "Das Gelände und die Bahn waren genial. Ich mag es, wenn es flach und schnell ist. Auch die feinen Pfade waren gut sichtbar." Bis auf zwei kleinere Unsicherheiten bei den feinen Posten lief es super. "Im schnellen, mittleren Teil kam es mir vor wie in der Schweiz," meinte Jäggi. Die technisch schwierige Schlussschlaufe brachte dann die Entscheidung. Dort konnte er diejenigen Konkurrenten überholen, die beim Zuschauerposten noch vor ihm lagen. "Ich wusste, dass der Start und der Schluss mit der Zuschauerschlaufe schwierig werden, dass es aber auch Teile geben wird, wo man Vollgas geben muss." Es gelang ihm, sein Rennen entsprechend einzuteilen (17.4 km, 80 Hm, 26 Posten). Adrian Jäggi startete früh und musste im Ziel lange warten, bis das Resultat fest stand: "Zuerst glaubte ich an ein Diplom, dann an die Medaille und schliesslich war es Gold – genial!"

Bronze in der Langdistanz

Im technisch relativ einfachen und sehr flachen Langdistanzrennen (33.8 km, 50 Hm, 18 Posten) galt es die richtigen Routen zu identifizieren und diese dann mit Höchsttempo sauber durchzuziehen. Adrian Jäggi konnte abgesehen von einem Routenwahlfehler zum zweiten Posten seinen Wettkampf fehlerfrei durchziehen. "Heute hatte ich jedoch keine so guten Beine," meinte er Ziel. "Ich denke, nun rächt sich die nicht ideale Vorbereitung seit dem Start der Rekrutenschule anfangs Juli." Entsprechend war er zufrieden, dass es trotzdem zu einem Podestplatz reichte.

Der internationale Wettkampfkalender ist dicht gedrängt. Schon am 21. August geht es mit der Juniorenweltmeisterschaft in litauischen Kaunas weiter. Da bleibt für Adrian Jäggi zwischen der Rekrutenschule und WM-Vorbereitung wenig Zeit zum Feiern und Erholen.

Text: Beat Schaffner/ David Hayoz

Fotos: Christine und Beat Schaffner, Thomas Jäggi