In der Region Solothurn ist der Hausberg besonders dann begehrt, wenn der Nebel dicht über dem Aaretal liegt und Sonne nur noch über dem Nebelmeer getankt werden kann, zusammen mit einem atemberaubenden Bergpanorama. An solchen Tagen, haben die Bergrestaurants und Verkehrsregime alle Hände voll zu tun, um dem Ansturm der Tagesausflügler gerecht zu werden.

Eine 7-köpfige Delegation aus Baden-Württemberg war eigens am Samstagmorgen nach Oberdorf/SO angereist, um den Seilbahnersatz selbst zu erleben. Mit dem ersten Kurs erglimmen sie über die Bergpoststrasse mit dem Postauto den Weissenstein. Grund des Besuches ist ein Shuttle-betrieb am Wochenende auf den Kandel, wie der Weissenstein auch ein Aussichtspunkt mit Panoramablick. Nur – dem Kandelbus mangelt es an Fahrgäste, weshalb sie gerne mehr erfahren über die Linie 13 – Oberdorf/SO -Weissenstein.

Oben angekommen stehen Stefan Niggli, Projektleiter vom Amt für Verkehr des Kantons Solothurns und Mario Flury, PostAuto-Unternehmer, der seit 2010 im Auftrag von Region Solothurn Tourismus den Seilbahnersatz auf den Weissenstein ausführt, Rede und Antwort. Eifrig wird über Kennzahlen und Rahmenbedingungen gefachsimpelt. Fahrzeuggrösse, Fahrplanangebot, Kostendeckungsgrad, Verkehrsregime, Flexibilität, Konzession, Angebote, Attraktivität, Berggasthöfe, Fahrtarife und weitere Wörter schwirren in der heftig diskutierenden Runde umher. Staunend hören sie, dass der Seilbahnersatz einige Woche nach der Bestellung durch Solothurn Tourismus in Betrieb genommen werden konnte. Die gute Zusammenarbeit aller Beteiligten ist einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren – da sind sich alle einig.

Auch der Seilbahnersatz musste erst bekannt gemacht werden, bevor Fahrgäste kamen. Da waren innovative Ideen im ersten Betriebsjahr 2010 gefragt, um den Seilbahnersatz bekannt zu machen, erinnert sich Mario Flury, der nach nahezu 5000 Fahrten jede Kurve und Ausweichmöglichkeit der Bergpoststrasse kennt. Mit Veloanhängern wurde neben Wanderern auch Velofahrer und Downhillfahrer als Zielgruppe beworben. Nach 4 Jahren erfreut er sich ein paar Stammfahrgäste, die bei jedem Wind und Wetter dem Weissenstein und Postauto treu bleiben und die Gastfreundlichkeit der Berggasthöfe schätzen. Der grosse Ansturm jedoch kommt bei schönem Wetter, wenn eine frische Bise auf dem Weissenstein für Abkühlung sorgt oder herbstliche Sonnenstrahlen über dem Nebelmeer die Seele erwärmen. Manche reisen sogar von weit her, nur um mit dem berggängigen Hess-NAW aus Schweizer Herstellung fahren zu können und Bilder mit nach Hause zu nehmen. Auch die Vollmondfahrten «Move Away®» wurden schnell angenommen, so mancher Solothurner sah zum ersten Mal das glitzernde Lichtermeer von Solothurn und des gesamten Mittellandes – ein wahrhaft erhebender Anblick.

Wieder in Oberdorf angekommen, konnten sich die Gäste gleich von weiteren innovativen lokalen Angebote überzeugen. Das Tunnelkino, das ein Erlebnis im Berginnern des Weissenstein verspricht und gerade neben der Haltestelle des Seilbahnersatzes der Verkauf der Sässeli an Liebhaber, bevor die historische Seilbahn abgerissen wird. Mit dem Neubau der Seilbahn wird dann am Weissenstein auch das wohlvertraute Dü·da·do des Dreiklangs wieder verschwinden und eine neue Ära einleiten. Der Weissenstein in Aktion. Und viel Erfolg dem Kandelbus!