Dulliken

Ausflug ins idyllische Suldtal

Auch in diesem Jahr hatte die Reiseleitung für die 27 Turnerinnen 60+ und Walkerinnen ein Überraschungsziel ausgesucht; wer kennt schon das Suldtal? Ein abwechslungsreicher Ausflug war geplant. Über die A1 erreichte der Reisecar nach einer guten Stunde einen blühenden und duftenden Ort, den Rosengarten oberhalb von Bern. Die Sonne beleuchtete die Dächer und Türme der Bundesstadt, und der Duft der in voller Blüte stehenden Rosen vermischte sich im Restaurant mit feinem Kaffeeduft.

Weiter dem Reiseziel entgegen über Thun – Spiez – Aeschi, brauchte der Chauffeur ab Aeschiried volle Aufmerksamkeit auf der engen Fahrstrasse im Suldtal zum Restaurant Pochtenfall. Unterwegs verliess eine Wandergruppe den Bus, um einen Teil des Suldtals zu Fuss zu erleben. Auf dem schmalen Pfad entlang des viel Wasser führenden und laut rauschenden Bergbachs, mehrmals über Holzbrücken den Bach querend, verlangsamte sich das Wandertempo von selbst zu einem besinnlichen Spaziergang. Viele idyllische Winkel, Blumen, Gräser und Sträucher in diesem Naturschutzgebiet und auch einige Gespräche erforderten immer wieder einen kurzen Halt. Ohne grosse Steigungen erreichten die Genusswanderer das Restaurant und trafen auf die im Bus angereisten Frauen, die sich inzwischen an dem herrlichen Ort umgeschaut und auch das Wasserrad entdeckt hatten.

In der gemütlichen Gaststube wurde an grossen runden Tischen eine Mahlzeit aus einheimischen Produkten serviert. Ein feines Dessert und ein Glas Wein trugen zur fröhlichen Stimmung bei. Die Wirtin berichtete, dass das Restaurant auf 1080 m Höhe seit mehreren Generationen als Familienbetrieb besteht, im Sommer viele Gäste bewirtet, aber auch heute noch nicht ans Stromnetz angeschlossen ist. Seit 1968 zum Naturschutzgebiet erklärt, hat sich auch der Luchs angesiedelt und den Wildtierbestand verändert. Nach dem herzlichen Abschied bot sich der Seniorwirt als Lotse an, um auf der schmalen Wegstrecke vorauszufahren und den entgegenkommenden Autos die Kreuzung mit dem Car zu ersparen.

Inzwischen hatte sich der Restnebel aufgelöst und gab den Blick auf Thunersee, Niesen, Stockhorn und alle Berggipfel frei. Wechselnde Wolkenbilder am blauen Sommerhimmel hingen über der sanften Hügellandschaft des Emmentals mit den stattlichen Bauernhäusern. Nochmals kletterte der Bus auf eine Höhe von 1167 m, um über den Schallenberg den Ort Schangnau und schliesslich das Entlebuch zu erreichen. Nach dieser langen Fahrt war ein Halt in Alberswil bei der „Agrovision“ Burgrain sehr willkommen, ein Ort, um regionale Produkte zu geniessen oder eines der vielen Bio-Produkte aus dem Verkaufsladen mit nach Hause zu nehmen.

Die Reise, die von A bis Z ein Geheimtipp war, hat uns wieder mal bewusst gemacht, in welch herrlichem Land wir leben dürfen.

Irene Lüthi

Fotolegende: Die Dulliker Turnerinnen 60+ und Walkerinnen im idyllischen Suldtal