Stabwechsel an der Spitze des SPITEX-Vereins Trimbach

Auf Irène Grolimund folgt Peter Schweri im Präsidium (Titel)

Anlässlich der 21. Generalversammlung des SPITEX-Vereins Trimbach vom Donnerstag, 26. April 2018 endete eine Ära. Nach 17 Jahren Vorstandsarbeit, davon 13 Jahre als Präsidentin, übergab Irène Grolimund das Zepter an ihren Nachfolger Peter Schweri. Er wird künftig die Geschicke einer gut aufgestellten Organisation leiten.

Einen etwas besseren finanziellen Abschluss hätte man der scheidenden Präsidentin gönnen können. Während Jahren unter ihrer Ägide gab es schwarze Zahlen, doch in diesem Jahr steht ein Verlust von 39'000 Franken zu Buche. Die Gründe sind vielfältig. Ein wesentlicher Punkt ist sicherlich, dass sich das Arbeitsvolumen in diesem Jahr deutlich gesteigert hat, sich die Zuschüsse von Seiten der öffentlichen Hand systembedingt auf das Vorjahr beziehen, was zu einer Lücke führt. Der Pflegebedarf hält sich nun mal nicht an eine genaue lineare Entwicklung, was eine Prognostizierung schwierig macht. Daneben sind es sicherlich auch die Anzahl der unverrechenbaren Stunden (administrativer Aufwand), die zu Buche schlagen und auf die man nur bedingt Einfluss nehmen kann.

Schlussendlich darf aber auch bemerkt werden, dass die umsichtige Führung der vergangenen Jahre dazu führte, dass auch einmal ein Defizit getragen werden kann.

Veränderungen hinterlassen Spuren

„Die Veränderung hat keine Anhänger. Die Menschen hängen am Status quo“
– Jack Welch

Vor zwei Jahren kam es zu einem Wechsel an der Spitze der Betriebsleitung SPITEX Trimbach. Dass ein solcher Wechsel Spuren hinterlässt, konnte auch in der Umfrage der Mitarbeitenden festgestellt werden. So war ein leichter Rückgang der Zufriedenheit von 5.4 auf 4.9 feststellbar. Veränderungen werden bei langjährigen Mitarbeitenden nicht immer gern gesehen und auch das unstete Arbeitsaufkommen und die notwendige Flexibilität führen zu Unsicherheiten. Trotzdem erhält die Spitex als Arbeitgeberin eine gute 5 als Note. In Zeiten der Veränderung ist eine transparente Kommunikation wichtig. Dies ist allerdings keine Einbahn, sondern es gilt ausdrücklich auch das Holprinzip.

Ein Zeichen für eine funktionierende Organisation sind sicherlich auch die Dienstjubiläen, so durfte Gaby Heer-Zappa, Therese Suter und Angela Jacobi für 10 Jahre Zugehörigkeit zur SPITEX Trimbach geehrt werden.

Zeit für Gespräche während dem Essen

Wieder einmal durften sich die Vereinsmitglieder an einem feinen Essen des Männerkochclubs erfreuen. Es ist eine schöne Tradition und eine wichtige soziale Komponente des Vereinslebens sich anlässlich des Nachtessens austauschen zu können. Auch das ist eine Seite des SPITEX-Vereins Trimbach.  

Interview mit der scheidenen Präsidentin:

Frau Grolimund, sie sind Sie von Ihrem Amt als Präsidentin des Spitex-Vereins zurückgetreten, wenn Sie auf Ihre lange Zeit der Vorstandsarbeit zurückblicken, welches waren die wichtigsten Entwicklungsschritte?

Der Personalbestand hat sich in dieser Zeit fast verdoppelt. Im Jahre 2001 beschäftigten wir 18, jetzt sind es 43 Personen. Dies hatte nicht nur räumliche Konsequenzen. Wir mussten zweimal den Standort wechseln weil die Räumlichkeiten zu eng wurden. Auch die personelle Betreuung, die Administration und die Vorstandsarbeit sind bei einem Betrieb dieser Grösse mehr gefordert.

Mit der jährlichen Klienten- und Mitarbeiterzufriedenheit haben wir gute Instrumente für die Qualitätsverbesserung geschaffen.

Wie hat sich die Arbeit der Spitex über all die Jahre verändert?

  • Die Spitex hat sich zu einem professionellen Betrieb gewandelt der den heutigen Bedürfnissen an die moderne Betreuung und Pflege dank guter Aus - und Weiterbildung top ist.
  • Die Anforderungen an das Personal sind gestiegen, Zeitdruck, Dauerstress, körperliche und psychische Schwerstarbeit sind ein Dauerthema.
  • Moderne Tabletts sind der Papierversion gewichen und die neuesten Informatikprogramme sind nicht mehr wegzudenken.
  • Das Ansehen bei der Bevölkerung und den Behörden ist gestiegen. Dies gibt uns mehr Gewicht in der Gesundheitslandschaft.
  • Da der Vorstand im Ressortsystem arbeitet, sind fachlich gut ausgebildete Personen unumgänglich. Zum Glück kann die Spitex seit Jahren auf topmotivierte Personen zählen.

Wenn Sie in die Zukunft blicken, wie sehen Sie die Spitex in 10 Jahren?

  • Die Spitexorganisationen müssen sich vermehrt auf gemeinsame Werte konzentrieren und selbstbewusst auftreten.
  • Die schweizweite Zusammenarbeit der Spitex und kantonsübergreifende Projekte, sowie Aus- und Weiterbildungen sollten vermehrt gefördert werden.
  • Es wird mehr mittlere und grosse Spitexorganisationen geben, um alle Dienstleistungen, wie z.B. den 24-Stunden-Dienst anzubieten.
  • Das Berufsprofil muss sich noch mehr den heutigen Bedürfnissen anpassen um das Ansehen und die Wertschätzung zu stärken. Dass die Spitex mehrheitlich ein Frauenberuf ist, hilft nicht unbedingt um schnelle Resultate zu erreichen.

Was wünschen Sie dem Spitex-Verein Trimbach für die Zukunft?

Ich wünsche mir dass die Spitex weiterhin mit aktivem, positivem und engagiertem Personal täglich für unsere Klienten da ist und dass wir als attraktive Arbeitgeberin immer auf genügend und gut ausgebildetes Personal zählen dürfen.