Nach einigen heissen Sommertagen zeigte sich der Himmel wolkenverhangen, als die 26 Dulliker Turnerinnen und Walkerinnen zu ihrem Jahresausflug aufbrachen. Im bequemen Reisecar, der in Richtung Osten einigen Aufhellungen entgegenfuhr, gab es ausreichend Gesprächsstoff. Nach der Ampelfahrt durch Zürich war das nördliche Seeufer erreicht, die sogenannte Goldküste. Viel Grün und schöne Villen säumten die Strasse. Nach einem Kaffeehalt in Herrliberg führte die Reise weiter dem Zürichsee und später dem Walensee entlang. Die charakteristischen Bergspitzen der Churfirsten waren vom Nebel verhüllt. Ab Mels stieg die kurvenreiche Strasse hinauf ins Weisstannental und bot herrliche Ausblicke auf Sargans und ins Rheintal. Einige kleine Hindernisse, enge Brücken und Baustellen, verlangten eine sichere und sorgfältige Fahrweise. Hohe Felswände säumen das Tal; spektakuläre Wasserfälle speisen den Bergbach Seez.

Nach der Ortschaft Weisstannen entdeckte eine Wandergruppe den ausgeschilderten Steinbockweg mit vielen Informationstafeln, der dem rauschenden Bach entlang in Richtung Alp Siez führt. Ohne Regenschauer erreichte man die Alphütte. Nur die zweiteilige Stalltür und die dekorativ aufgehängten Treicheln erinnerten daran, dass ehemals Kühe in dem jetzt gemütlich eingerichteten Raum ihren Unterstand hatten. Das Feuer im Holzofen erzeugte wohlige Wärme. Die servierten Siezer Chäs Hörnli mit Apfelmus und einer Wurst, eine typische Älplerspeise, dazu ein Glas Rotwein, steigerten das Wohlbefinden. Leider konnte die Käseherstellung in der modern eingerichteten Käserei nicht demonstriert werden. Wegen der niedrigen Temperaturen im Mai war das Gras noch nicht genug gewachsen, so dass die 180 auf verschiedenen Alpen sömmernden Kühe noch im Tal bleiben mussten. Der würzige Alpkäse vom Vorjahr fand guten Absatz.

Bei der Heimfahrt vermied der Chauffeur jeglichen Autobahnstau und führte die zufriedene Reisegesellschaft durch die Kantone Schwyz und Zug und den Aargau sicher zurück nach Dulliken.

Irene Lüthi