Die diesjährige Generalversammlung der Spitex Wartenfels war mit über 50 Anwesenden überraschend gut besucht. Der in der Region sehr bekannt Referent, Prof. Dr. Hugo Saner, dürfte ein zusätzliches Interesse geweckt haben.

Dank des sehr gut eingespielten Teams konnte auch das letzte Jahr wieder problemlos gemeistert werden. Es gab zwar einige Personalrochaden, die Leitung liegt jedoch immer noch in den alten, bewährten Händen. Dies wird sich aber in diesem Jahr ändern. Die langjährige Betriebsleiterin Isabel Mathys erreicht im Juli das Rentenalter. Sie hat die Absicht, danach etwas mehr Zeit in ihrer zweiten Heimat, in Spanien zu verbringen.

Das Finden einer geeigneten Nachfolgerin gestaltete sich erfreulicherweise nicht so aufwändig wie anfänglich befürchtet. Unter den Bewerberinnen war eine einheimische Pflegefachfrau HF, Corinne Zbinden. Sie wird ab 1. Mai eingearbeitet und ab 1. August die Aufgaben als neue Betriebsleiterin übernehmen.

Die Nachfrage nach Pflegeleistungen und Haushalthilfe hat im 2018 gegenüber den beiden vorhergehenden Jahren wieder mal zugenommen. In Lostorf waren es zwar nur gut 5 % mehr fakturierte Dienstleistungsstunden, in Stüsslingen hatten wir aber eine Zunahme von mehr als 50 %. Auch in Rohr gab es mehr zu tun, d.h. 131 Std gegenüber 26 Std im 2017. Die durchschnittliche Anzahl Klienten und Klientinnen lag dadurch mit rund 60 um einiges höher als in den Jahren zuvor. Über alle 3 Gemeinden stiegen die verrechneten Dienstleistungsstunden um ca. 500 in der Pflege und um ca. 200 in der Haushalthilfe auf Total 4‘115 Std (Vorjahr 3‘426 Std). Für Administration, Buchhaltung, Wechselzeiten, Weiterbildung usw. wurden 3‘066 Std aufgewendet (Vorjahr 2‘848 Std). Erfreulicherweise lag die Zunahme der nicht verrechenbaren Stunden bei nur ca. 7 % gegenüber dem Plus von ca. 20 % bei den verrechneten Stunden.

Das Defizit zu Lasten der Gemeinden Lostorf, Stüsslingen und Rohr war mit rund CHF 33‘500 um ca. CHF 6‘000 höher als im Vorjahr, dies vor allem wegen der gut 200 Std mehr Haushalthilfe und geringerer Spendeneinnahmen. Da bei der Defizitverteilung die für die Spitex kostspieligere Haushalthilfe und die Spenden pro Gemeinde berücksichtigt werden, musste Stüsslingen einen verhältnismässig grösseren und Rohr gar keinen Beitrag an den Verlust leisten. Im Betreuungsgebiet gingen durchschnittlich ca. CHF 7 pro Einwohner zu Lasten der Gemeinden.

Dass die Jahresrechnungen jeweils ausgeglichen abschliessen, ist absehbar. Am 1. Januar 2019 ist eine neue Regelung bez. Restkostenfinanzierung in der ambulanten Pflege in Kraft getreten. Die Spitex-Organisationen haben nun 3 Jahre Zeit, diese neuen Bestimmungen umzusetzen und mit den Gemeinden entsprechende, neue Leistungsvereinbarungen auszuhandeln. In diesen neuen Vereinbarungen wird es keine Defizitgarantie mehr geben, sondern Beiträge pro Dienstleistungsstunde, welche über eine kantonale Clearingstelle abgerechnet werden. Die Vorarbeiten werden wohl noch einige Monate in Anspruch nehmen und die Verhandlungen kaum vor Ende 2020 abgeschlossen sein.

Im anschliessenden Referat zum Thema „Länger zuhause bleiben dank moderner Technologie“ ging Prof. Dr. Saner auf alle Facetten des Älterwerdens ein. Die Firma Domo Safety hat mit dem EPFL Innovation Park der Universität Lausanne ein auf Bewegungssensoren beruhendes System entwickelt, welches gesundheitliche Probleme frühzeitig und gefährliche Situationen rechtzeitig erkennt. Die Wahrung der Privatsphäre ist dabei sehr wichtig; es werden keine Überwachungskameras eingesetzt. Nur bei einer relevanten Verhaltensänderung oder einer ungewöhnlichen Änderung der Lebensroutine werden die gewünschten Angehörigen informiert. Das von Prof. Dr. Saner und seiner Mitarbeiterin Ursula Lanz geförderte Projekt wird unter dem Namen Strong Age vermarktet und soll vor allem alleinstehenden Personen erlauben, länger zuhause zu bleiben.