Was mit einer Idee vor einem Jahr begann, wurde am letzten Sonntag nun Wirklichkeit. Die reformierten Christen in Balsthal hielten ihre grosse Feier zum 500. Jubiläum der Reformation durch Martin Luther offiziell Ökumenisch ab. Die katholischen Glaubensgeschwister waren herzlich zu diesem Festgottesdienst und anschliessendem Mittagessen eingeladen.

Die reformierte Kirche in Balsthal war mit 240 Personen sehr gut besetzt. Damit alle Gottesdienstbesucher Platz fanden, sass der erweiterte Kirchenchor mit seinen über 40 Mitgliedern vorne in der Kirche im Chor.
Die beiden Pfarrherren Toni Bucher und Jürg von Niederhäusern begannen den Festgottesdienst mit Lesungen und mit Gemeindeliedern, worauf bald der Chor, verstärkt durch ein Ad-hoc-Orchester, Werke von Lorenz Maierhofer zum Besten gab.
Zwischen den einzelnen Liedern wurden Szenen aus dem Leben Luthers gelesen und dargestellt. Das Ehepaar Annemarie und Urs Neuenschwander aus Balsthal lasen und spielten diese Begebenheiten vorzüglich, man wähnte sich als Kirchenbesucher um 500 Jahre in der Zeit zurückversetzt.

Nachdem die Pfarrherren eine Kurzpredigt hielten, fand auch dieser Festgottesdienst ein würdiges Ende und die gesamte Gemeinde wechselte in das festlich geschmückte Kirchgemeindehaus zum Festschmaus.
Als Chefkoch zeichnete sich der Präsident der Rechnungsprüfungskommission, Walter Meister aus Balsthal, aus. Er kredenzte mit seinem Helferteam eine vorzügliche «Suppe mit Spatz», welche von aller Seite gelobt wurde.
Zwischen dem Hauptessen und dem Dessert waren alle eingeladen, den originalgetreuen Nachbau einer Druckerpresse aus dem 16. Jahrhundert zu besichtigen und auszuprobieren. Viele Besucherinnen und Besucher druckten sich den Psalm 23 auf dieser geschichtsträchtigen Presse und nahmen dieses besondere Blatt Papier nach Hause.

Um 15 Uhr haben sich dann die letzten Besucher aus dem Kirchgemeindehaus verabschiedet und die zahlreichen Helferinnen und Helfer waren mit dem Aufräumen bald darauf fertig und gingen zufrieden nach Hause.
Es war ein gelungener Anlass der gezeigt hat, dass sich Reformierte und Katholiken sehr nahe stehen, wenn man die 95 % Gemeinsamkeiten im Glauben und das gemeinsame Fundament Jesus Christus in den Vordergrund stellt und nicht die Unterschiede forciert.
Ein solcher Anlass ist zur Nachahmung nur empfohlen.