Für den Ausbau der SBB-Linie Olten-Aarau auf 4 Spuren laufen seit  2016 Arbeiten für den 3,1 km langen Bahntunnel durch den Eppenberg.  Jetzt, im März 2017 ist überschaubar, welcher Aufwand für dieses“ Loch durch den Berg“ notwendig ist.

Bei Wöschnau  ist ein SBB Info-Center eingerichtet und auf der Westseite bei Gretzenbach eine Aussichtsplattform für Besucher.

Treffpunkt war Donnerstag 2. März 2017 vor dem Bahnhof Aarau. Von dort fuhr die ganze Gruppe per Bus nach Wöschnau. Das Wetter war uns gut gesinnt.  Am Morgen hatte es noch geregnet und nach dem Mittag lachte die Sonne.  Entsprechend heiter war auch die Stimmung.  Trotzdem haben alle aufmerksam die interessante Bilderschau im Info-Center genossen.   Unsere beiden SBB-Betreuer, der eine ehemaliger Bahnhofvorstand von Olten,  der andere pensionierter Bauleiter von der Zürcher SBB-Durchmesserlinie, waren auch entsprechend sattelfest.  Sie konnten die Bilder und Graphiken kompetent kommentieren und auftauchende Fragen laufend beantworten.    

Die beiden Herren führten uns anschliessend in zwei Gruppen ins Gelände.  Auf der 20 min. Wanderung zum Wald über dem Tunnel, war von der Strassenbrücke der ganze Aarau-seitige Tagebau überblickbar. Unter anderem die Teilstrecke  wo die 115m lange, ca.2400 to. wiegende Tunnelbohrmaschine (TBM) zusammengebaut wurde.   Von dieser ganzen Herrenknecht-TBM ist aussen nur noch der Teil mit dem Förderbandende zu sehen.  Auf dem Band wurden gerade Steine aus dem Tunnel heraus gefördert. Daran war zu erkennen dass die TBM gerade in einer Bohrphase war.  Die Frontpartie mit dem Antrieb und dem Schneidrad von 12,75 m Durchmesser ist Anfang März schon etwa 600 m im Berg drinnen.  Entsprechend  riesig ist denn auch die Halde mit dem aufbereiteten Ausbruchkies welches direkt vor Ort für die imposanten Betonarbeiten des Tagebaus wiederverwendet wird. Es fällt auf wie massiv und dick Sohle, Wände und Decke des Tagebautunnels ausgeführt werden.  Das enorme Gewicht dieser Konstruktion sei notwendig dass der Druck des Grundwassers den fertigen Tunnel nicht anheben und dadurch beschädigen könnte.

Zufällig kam in der Tunnelspur gerade der voll beladene Tübinge -Spezialschlepper angefahren. Dieser ist so niedrig gebaut dass er mit einem ganzen Satz einbaufertiger Tübinge unter und in die TBM hineinfahren kann.  Diese je 2 to schweren Betonelemmente (übrigens hergestellt in der Marti-Fabrik in Klus-Balstahl)  werden drinnen vom Saugheber der TBM einzeln übernommen und in der Tunnelfront vorne eingebaut.  Es ist natürlich platzmässig nicht möglich und zu gefährlich als Besucher auf die TBM zu gehen.  Jedoch steht im Info-Center, etwas versteckt neben dem Kinderspielplatz, ein grosser TV-Bildschirm.  Auf  alten SBB Erstklass-Sitzen kann, wer sich informieren möchte, bequem der ganze Tunnelbohr- und Tübinge-Einbauprozess als Film betrachtet werden.  Ich habe es jedenfalls sehr genossen.

Etwas müde aber zufrieden, bei immer noch schönem Wetter, liess sich die Gruppe  mit dem Bus der Linie NFB 3  im Feierabend-Stauverkehr  zurück nach Aarau bringen.

Hugo Heusser