Endlich war es wieder soweit…! 19 Seebärinnen, genannt Seberinnen, aus Stüsslingen, Olten, Solothurn, dem Thal bis ins Schwarzbubenland, dem Bernischen und dem Thurgauischen fuhren anfangs August mit Scheffseber Aldo Botta aus Stüsslingen Richtung Norden ins holländische Wattenmeer. 15 Jahre sind es her, seit diese beliebten Reisen unter dem Namen Tenn-Törns möglich sind. Was als reine Männerbastion begann, ist seit 5 Jahren auch für weibliche Seebärinnen zu einem Hit geworden. Aldo Botta nennt es Frowenpower pur. Dieses Jahr begann die Segeltour in Harlingen, wo die stolze „Aegir“ im Hafen bereit lag. Der 31 Meter lange Zweimaster wurde 1904 nach „friesischem Mass“ erbaut, was bedeutet, dass sich die friesischen Schleusen und Binnengewässer mit diesem Segelschiff gut befahren lassen. Das gut ausgebaute Schiff mit einer grosszügig gestalteten Küche begeisterte nicht nur die Frauen, sondern auch den mitgereiste Smutje Daniel Tellenbach alias „Peperoni“ aus Aarau Rohr. Er war zufrieden und zauberte unter dem Motto „das Auge isst mit“ die leckersten Gerichte auf den Tisch. Skipper Jaap und sein Sohn Maat Bram zeigten sich beeindruckt von so viel Frowenpower. Scheffseber Aldo’s Leitspruch „jeder darf, keiner muss! – aber wir helfen uns stets gegenseitig….“ ging auf. Ob Küche oder Deck: Die Frauen gingen „a d’Seck“. Wie heissen die diversen Segel? Besan, Grosssegel, Fock oder Klüver? Welches ist welches? Keine Frage: Die Neoseberinnen, Seberinnen und Erenseberinnen (so ist bei den Tenn-Törns die Hierarchie) wissen nun Bescheid. Auch das Wetter war den Leuten auf der Aegir gut gesinnt: Sonne Wind und Wellen. Der Wind sorgte für eine flotte Fahrt, das Wetter erlaubte schöne Inselaktivitäten auf Terschelling, Texel und Vlieland wie Velofahren, flanieren, shoppen (auch das gehört dazu) und die Wellen folgten den Gezeiten und ermöglichten ein eindrückliches „Trockenfallen“. Das Schiff sass fest im Sand und so konnte für ein paar Stunden während der Ebbe allerlei Meeresgetier beobachtet werden. Zeit auch für ein Schiffs-Apéro mitten im Wattenmeer. Toll! Die Frauen sind sich einig: Schiff ahoi, wir kommen wieder! Für nächstes Jahr hat Scheffseber Aldo eine weitere Steigerung in Aussicht gestellt: Eine Segelwoche auf einem Dreimaster in der Ostsee. Man ist gespannt und was ist schöner als Vorfreude?