Zolli Basel
Nach längerer Abwesenheit ist ein alter Bekannter wieder zurück: Im Schaubecken 11 gibt es wieder einen Kraken

Wegen der relativ geringen Lebenserwartung der Kraken kommt es immer wieder dazu, dass keine Achtärmer mehr im Zoo anzutreffen sind. Jetzt ist wieder einer eingezogen.

Lea Meister
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Ein alter Bekannter ist wieder im Zoo Basel eingezogen.

Ein alter Bekannter ist wieder im Zoo Basel eingezogen.

Zoo Basel

Lange wurde der Krake im Zolli vermisst. Wie der Zolli am Mittwoch mitteilte, wurde die Pandemiephase genutzt, um das Schaubecken 11 «krakensicher» zu machen. So konnte kürzlich wieder ein gewöhnlicher Krake, auch Octopus vulgaris genannt, einziehen.

Im genannten Becken hat das Tier zehn Mal so viel Platz wie vorher und kann sich ab einer Landschaft aus Höhlen und Felsen erfreuen, in die es sich zurückziehen kann. Wo sich ein Krake am liebsten aufhält, ist kaum übersehbar. Sie sammelt nämlich Muscheln und Schneckenhäuser und türmt diese vor seiner Höhle auf, in welcher sie wohnt. Auch im Schaubecken 43 werden gewöhnliche Kraken zu sehen sein.

Kraken können sich auch an Land fortbewegen

Lange wurde er im Zolli vermisst.

Lange wurde er im Zolli vermisst.

Zoo Basel

Kraken sind nachtaktiv, schlafen meist tagsüber in ihren Höhlen und zeigen sich erst, wenn es dämmert. Dann suchen sie nach Beute. Auf der Jagd zeigt sich auch die Intelligenz der Tiere, denn es braucht einiges an Überlegungsarbeit, einen Krebs zu erlegen, ohne sich an seinen Scheren zu verletzen. Kraken bewegen sich meist auf dem Meeresboden und entlang der Felsen am Ufer fort, selten schwimmen sie auch durch das freie Wasser. Vorübergehend können sie gar das Wasser verlassen und kurze Distanzen an Land bewältigen, um Gezeitentümpel aufzusuchen, in welchen sich gefangene Tiere finden.

Die Haltung in einem Zoo muss entsprechend darauf ausgelegt seit, diese Abläufe ebenfalls ermöglichen zu können. Ein «krakensicherer» Beckenrand ist hierbei ein wichtiger Bestandteil, denn das Tier könnte das Becken wechseln, oder sich in eine Situation bringen, aus welcher es nicht mehr herauskommt. Auch bei Wasserrohren ist höchste Vorsicht geboten, denn Kraken können sich gut verformen und passen auch in engste Spalten.

Fortpflanzung gleich Todesurteil

Das Tier gilt als eines der intelligentesten der Welt.

Das Tier gilt als eines der intelligentesten der Welt.

Zoo Basel

In der Natur überleben die Tiere maximal vier Jahre. Auch in einem Vivarium ist die Lebensdauer recht kurz, was an ihrer Fortpflanzungsweise liegt. Kraken vermehren sich ein einziges Mal und sterben danach. Der Zolli erklärt den Vorgang wie folgt: Bei der Paarung steckt der männliche Oktopus einen Arm, den sogenannten Hectocotylus, in die Mantelhöhle des Weibchens. Zwischen den Saugnoppen des Hectocotylus befindet sich eine Rinne, durch die das Männchen sein Spermapaket in die Mantelhöhle des Weibchens überträgt. Das Männchen stirbt kurz danach. Am Ende der Inkubationszeit nach 35 bis 60 Tagen verstirbt auch das Weibchen total entkräftet.

Die Krakenlarven werden oft von Fischen gegessen. Um die Population stabil zu halten, reicht es allerdings, wenn zwei davon überleben und die Geschlechtsreife erreichen.

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