Plagiat
Wie Gymnasien Betrüger entlarven

Plagiate Kantone arbeiten zusammen, um Schummeleien in Maturarbeiten aufzudecken. Baselland ist in diesem Verbund nicht dabei. Sind Baselbieter Gymnasien ausreichend gegen Schummeleien gewappnet?

Anna Wanner
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Keystone

Warum sich im Kanton Baselland die Gymnasien einer Software zur Erkennung von Plagiaten verweigern, erklärt Rektor Werner Baumann vom Gymnasium Oberwil: «Die Software ist nicht notwendig und im Vergleich zum Nutzen zu teuer.» Dennoch ist das Problem bekannt: Zwar erleichtert das Internet das Schreiben von Maturarbeiten. Doch bietet es nicht nur bessere Recherchemöglichkeiten, sondern verlockt auch dazu, Texte zu kopieren. Um Betrug handelt es sich aber erst dann, wenn der Schüler die eingefügten Passagen als eigene Ideen verkauft. Das heisst, wenn der Urheber nicht deklariert wird.

Internet - Fluch oder Segen?

Das Internet hilft aber auch den Lehrern beim Aufspüren von solchen Betrügern. Das weiss auch Rektor Isidor Huber vom Gymnasium Laufen: «Google ist immer noch das einfachste Mittel, um Plagiate ausfindig zu machen.»

Trotzdem: Den Aufwand, alle Arbeiten in digitaler Form zu sammeln, betreiben die Baselbieter Gymnasien nicht. Die interkantonale Zusammenarbeit zwischen den Schulen fällt aus, weil die Datenbank von Maturarbeiten dafür nicht genutzt wird - obwohl damit allfällige Betrüger schnell entlarvt würden. Auf die Frage, ob die Gymnasien ausreichend gegen Schummeleien gewappnet seien, antwortet Annemarie Schaub-Gadient, Konrektorin des Liestaler Gymnasiums: «Wir sind nicht blauäugig. Wir wissen, dass es Schüler gibt, die versuchen zu schummeln.» Doch sei Betrügen in Schularbeiten kein neues Phänomen. Plagiate habe es schon früher gegeben. Das Internet biete bloss neue Möglichkeiten.

Umgang mit Quellen lernen

Am Gymnasium in Liestal setzt man deshalb auf Prävention. Ein enges Betreuungsverhältnis lässt den Schülern kaum Spielraum zum Betrügen. Erstens ermöglicht der persönliche Kontakt eine Einschätzung, was der Schüler leisten kann. Ausserdem bewertet der Betreuer nicht bloss das Endprodukt, sondern auch den Arbeitsprozess. Zweitens lernen die Schüler durch die Betreuungsperson den richtigen Umgang mit Quellen. Und falls dennoch Zweifel an der Redlichkeit der Arbeit bestehen, kann der Betreuer die Arbeit in elektronischer Form verlangen und die Kontrolle Google überlassen. So bereitet Betrügen schliesslich mehr Mühe als eine ehrliche, selbst geschriebene Arbeit.