Die Basler Universitäts-Rektorin Andrea Schenker-Wicki will die Verzahnung zwischen Uni und der Industrie verbessern und so die Anzahl von Start-up-Firmen markant erhöhen. Dies kündigte sie am gemeinsamen «Stadtgespräch» des Regionaljournals Basel von SRF, der Volkshochschule und der Vereinigung für eine Starke Region an. Auffallend kritisch äusserte sich die Rektorin, die seit Sommer 2015 im Amt ist, zum bisherigen Effort bei der Förderung der Geschäftsideen von Uni-Absolventen. An der Uni brauche es einen Kulturwandel und die Einsicht, dass nicht «nur» die Grundlagenforschung etwas wert sei. «Ich muss Ihnen sagen, daran werden wir noch arbeiten müssen», sagte Schenker-Wicki. Ihr offenes Eingeständnis kann auch als Kritik an der früheren Uni-Leitung um Antonio Loprieno gelesen werden.

Erstmals vage angekündigt hatte Schenker-Wicki diese neue Innovations-Initiative bereits im Februar in einem bz-Interview. Mit der Initiative will die Uni junge Leute dazu motivieren, sich selbstständig zu machen, und mit ihren Forschungsresultaten und Ideen Unternehmen zu gründen. Schenker-Wicki hatte damals ebenfalls anklingen lassen, dass davon allenfalls das Baselbiet als Standort profitieren könnte.

Life Sciences: Basel hinter Zürich

Zu den selbstkritischen Aussagen provoziert wurde Schenker-Wicki am «Stadtgespräch» von Kuno Sommer, dem Verwaltungsratspräsidenten der Bachem AG. Sommer verwies darauf, dass die Uni Basel in einem Life-Scienes-Ranking «nur» auf dem 43. Rang landete. «Das ist nicht akzeptabel – alleine deshalb nicht, weil Zürich im Ranking vor Basel platziert ist», sagte Sommer augenzwinkernd. Ernsthaft fügte er an, dass das Umfeld bei den Life Sciences mit zwei der fünf grössten Firmen und 25 000 Beschäftigten «weltweit einmalig» sei. «Eigentlich sollten im Umfeld der Uni hunderte kleiner Life-Sciences-Unternehmen gegründet werden – doch davon sind wir meilenwert entfernt», kritisierte der Präsident des Bubendörfer Biochemie-Unternehmens. Sommer sieht hier den Universitätsrat in der Pflicht: Dieser müsse aktiv mithelfen, die Uni strategisch neu zu positionieren