Umweltschutz

Studierende organisieren eine Nachhaltigkeitswoche an der Universität Basel

Am Nachhaltigkeitsbazar präsentiert eine Studentin die alternative Suchmaschine Ecosia.

Am Nachhaltigkeitsbazar präsentiert eine Studentin die alternative Suchmaschine Ecosia.

Die Uni Basel präsentiert sich gerne ökologisch fortschrittlich, hat aber laut einer Studie in vielen Bereichen noch Nachholbedarf.

Nachhaltigkeit war schon vor dem Aufkommen der Klima-
jugend ein Trendbegriff. Das weiss auch die Universität Basel, wo seit gestern bereits zum dritten Mal eine Veranstaltungswoche zu diesem Thema stattfindet. Bis am Freitag können Interessierte an einer Vielzahl von Veranstaltungen wie einem Setzlingstausch, Diskussionsrunden oder Vorlesungen teilnehmen.

«Die Veranstaltungen richten sich nicht nur an Studierende, sondern stehen allen Menschen offen«, sagt Natalie Andreae. Sie ist eine der Studentinnen, welche die Nachhaltigkeitswoche organisieren. Nicht nur dieses Projekt, auch andere Initiativen, die in dieselbe Richtung gehen, wie etwa die Vorlesungsreihe «Plurale Ökonomik», wurden von Studierenden initiiert.
Darüber befragt, wie sie das Engagement der Unileitung einschätzt, drückt Natalie Andreae sich vorsichtig aus: «Soweit ich das abschätzen kann, ist die Bereitschaft da, Projekte in Richtung Nachhaltigkeit zu unterstützen.»

Die Uni Basel ist oberes Mittelfeld

Auf dem Papier gibt sich die Universität Basel vorbildlich: Es existiert ein Strategiepapier, die Hochschulleitung hat Ziele und Massnahmen in diesem Bereich definiert und eine Fachstelle für Nachhaltigkeit geschaffen. Etwas kritischer sieht dies der WWF. Eine von der Organisation in Auftrag gegebene Studie vergleicht die Fortschritte im Bereich Nachhaltigkeit an Schweizer Hochschulen. Der WWF-Verantwortliche Simon Zysset sagt dazu: «Die Uni Basel ist im oberen Mittelfeld, gehört aber nicht zur Spitzengruppe der vier Hochschulen, die schweizweit am besten abgeschnitten haben.» Zysset betont, dass es nicht nur eine Strategie, sondern insbesondere Leute auf allen Stufen der Universität brauche, die sich engagieren. Erst dann passiere etwas.

«Was wir bei der Uni Basel unter anderem kritisieren, ist, dass es keine breitabgestützte Kommission gibt, in der alle universitären Anspruchsgruppen vertreten sind.» Zysset meint, dass ein solches Gremium wichtig wäre, um die Grundsätze der Nachhaltigkeit in der gesamten Hochschule zu verankern.
Arne Menn, Leiter der Fachstelle für Nachhaltigkeit der Universität Basel bezweifelt, dass das Einsetzen einer Kommission zielführend sei. Seit zwei Jahren gäbe es einen Delegierten für Nachhaltigkeit, dessen Aufgabe es sei, das Thema in verschiedenen Gremien einzubringen. Mit der Kritik des WWF konfrontiert, meint Menn: «Die Methodik dieser Studie ist mit Vorsicht zu geniessen.» Er bewertet den Stand der Dinge punkto Nachhaltigkeit an der Universität Basel grundsätzlich positiv. Den grössten Nachholbedarf sieht der Leiter der Fachstelle in den Bereichen Betrieb und Mobilität: «Wir sind gerade dabei, das Thema Flugreisen anzupacken. Das Rektorat wird noch dieses Jahr Massnahmen zur Reduktion der Treibhausgasemissionen beschliessen.» Ein weiterer Meilenstein wird die erste Photovoltaik-Anlage der Uni, die aktuell in Planung ist.

Auch im Bereich der Lehre bewegt sich Einiges: Während der Nachhaltigkeitswoche kann im Kollegienhaus eine Ausstellung besichtigt werden, in der nachhaltige Lehrprojekte präsentiert werden.

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