Studie der Uni Basel
Tägliches Kaffeetrinken verändert Hirnstrukturen

Die morgendliche Tasse Kaffee oder der Energydrink am Morgen führt zur Abnahme der grauen Substanz im Hirn. Doch hat dies Folgen für die Funktionstüchtigkeit des Gehirns?

Elodie Kolb
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Die Einnahme von Koffein verändert laut einer Studie der Universität Basel die graue Substanz im Gehirn.

Die Einnahme von Koffein verändert laut einer Studie der Universität Basel die graue Substanz im Gehirn.

Symbolbild: Nomadsoul / www.imago-images.de

Eine Gruppe Forschende an der Universität Basel hat gezeigt, dass sich bei regelmässiger Einnahme von Koffein die Struktur des Gehirns verändert. Konkret nehme die Dichte der grauen Substanz ab, erklärt Co-Studienleiterin Carolin Reichert auf Anfrage.

Zwanzig Probanden wurden bei der Studie in zwei Gruppen unterteilt und erhielten zweimal zehn Tage lang Tabletten, wie es in einer Mitteilung der Uni Basel heisst. Beide Gruppen erhielten je zehn Tage Koffeintabletten und zehn Tage Tabletten ohne Wirkstoff. An den Hirnscans habe man ablesen können, dass die graue Substanz des Gehirns, jeweils bei der Gruppe, die Koffein bekam, abgenommen hat. Die graue Substanz ist ein wesentlicher Bestandteil des Zentralnervensystems. Intelligenz wird mit ihr in Zusammenhang gebracht, aber auch Wahrnehmungsprozesse und motorische Leistungen werden durch sie gesteuert.

Man sei ursprünglich davon ausgegangen, dass das Koffein die Schlafqualität vermindere, was dazu führen würde, dass die graue Hirnsubstanz abnimmt. Entgegen der Erwartung liess sich die veränderte Hirnstruktur aber nicht auf schlechteren Schlaf zurückführen. Beide Gruppen haben laut Mitteilung gleich gut geschlafen.

Nicht zwangsläufig negative Auswirkungen

Ob die Veränderung der grauen Substanz Auswirkungen auf die Funktionstüchtigkeit des Gehirns hat, ist laut Reichert nicht klar: «Man müsste in einer weiteren Studie untersuchen, wie das Gehirn auf den Rückgang der grauen Substanz reagiert und ob das dazu führt, dass es weniger funktionstüchtig ist.» Es sei auch möglich, dass das Gehirn mit weniger grauer Substanz sogar leistungsfähiger wird, oder dass das Gehirn die geringere Dichte ausgleicht. Reichert betont:

«Unsere Ergebnisse bedeuten nicht zwingend, dass Koffeinkonsum negative Auswirkungen auf das Gehirn hat. Aber offensichtlich verändert der alltägliche Koffeinkonsum unsere kognitive Hardware.»

Ausserdem sei die Reduktion der grauen Substanz nur eine temporäre Erscheinung: Nach der Placebophase, also zehn Tage Koffeinentzug, habe sich die graue Substanz bei den Probanden wieder «deutlich regeneriert».