Eptingen
Sanierung der Ruine Witwald als Modellfall für zukünftige Burgsanierungen

Die Anlage oberhalb von Eptingen ist soeben rundumerneuert worden – auch dank einer Stiftung und viel Einsatz von Privatpersonen

Bojan Stula
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Mehr als nur einer der schönsten Grillplätze im Kanton: die Ruine Witwald.

Mehr als nur einer der schönsten Grillplätze im Kanton: die Ruine Witwald.

Zur Verfügung gestellt

Zuerst musste das nötige Geld her: 150'000 Franken kamen an Lotteriegeldern aus dem Baselbieter Swisslos-Fonds. 88'000 Franken steuerte das Bundesamt für Kultur bei. Dann stellte die eigens dazu gegründete Stiftung Burg Witwald ihr Stiftungsvermögen über 100'000 Franken für die Instandsetzung und den späteren Unterhalt zur Verfügung. Nicht zu vergessen die vielen Spenden von Privaten und Firmen sowie nicht in Rechnung gestellte Fronarbeiten des Zivilschutzes Oberes Baselbiet, von Zivildienstleistenden der Stiftung Baustelle sowie der Feuerwehr Bölchen.

Eröffnungsfeier am kommenden Sonntag

Die Stiftung Burg Witwald und die Archäologie Baselland laden die Bevölkerung zur Eröffnungsfeier der frisch sanierten Burgruine ein. Der Anlass beginnt am Sonntag, 26. August, um 11.00 Uhr mit einem Festakt auf der Burgruine. Von 11.30 bis 15.00 Uhr gibt es eine Festwirtschaft und Führungen. Weitere Informationen: www.burg-witwald.eptingen.ch.

Am kommenden Sonntag ist es so weit. Dann wird auf der Burgruine Witwald, die nördlich des Dorfes Eptingen auf einer Felskante mit Blick auf die A 2 liegt, Wiedereröffnung gefeiert (siehe Box). Die im Frühjahr begonnenen Arbeiten zur Sanierung der maroden Gemäuer sind fristgerecht abgeschlossen worden.

Neben den aufwendigen Maurerarbeiten mit Spezialmörtel – das Material musste teilweise per Helikopter herangeschafft werden – sind jetzt auch eine neue Zugangsbrücke, eine Feuerstelle, zwei Sitzbänke sowie eine Infotafel hinzugekommen.

«Modellfall»

Für Andreas Fischer, den stellvertretenden Leiter der Archäologie Baselland, ist das Zustandekommen und die Durchführung dieser Sanierung ein regelrechter «Modellfall» für ähnlich gelagerte künftige Unterfangen. Obschon die Spezialisten des Kantons die Sanierung beaufsichtigten sowie archäologisch begleiteten und dokumentierten, war der Kanton Baselland nicht der Bauherr.

Die Ruine Witwald gehört vielmehr seit 1970 der Ortsbürgergemeinde Eptingen, weswegen die für die Sanierung benötigten 300'000 Franken nicht einfach aus der Kantonskasse genommen werden konnten. Fischer lobt ausdrücklich, wie stark sich die Eptinger für ihr «Kleinod» eingesetzt und nach Finanzierungsformen gesucht haben, nachdem in der Vergangenheit mehrere andere Sanierungsanläufe gescheitert waren.

Bei der nächsten grösseren Burgensanierung im Baselbiet wird das wieder anders sein: Archäologie Baselland bereitet gerade eine entsprechende Finanzierungsvorlage zuhanden des Landrats für die Erneuerung der Farnsburg vor; also für eine jener verhältnismässig wenigen Burgenanlagen, die sich in Kantonsbesitz befinden. Laut Fischer geht es dabei um einen Betrag, der «deutlich unterhalb» jener rund 7,1 Millionen Franken liegt, die die Sanierung der vor einem Jahr fertiggestellten Ruine Pfeffingen gekostet hat.

Die Ruine Witwald ihrerseits gehört zu den kleineren Anlagen der geschätzt rund 80 Burgen im Baselbiet. Als einer der Sitze der Herren von Eptingen sei sie dennoch ein bedeutender Zeuge der Vergangenheit, führt Christoph Reding, der Leiter der Archäologischen Stätten beim Kanton aus. Nach dem Verkauf der Burg im Jahre 1487 scheint die Burg rasch zerfallen zu sein. 1909 kaufte der Basler Rudolf Sarasin die Ruine und liess sie teilweise ausgraben und restaurieren.