Persönlich
Der Impfelried

Drei Impfbüchlein führten zu Mehrfachimpfungen. Ein Schaden wurde aber nicht davon getragen.

Benjamin Rosch
Benjamin Rosch
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Ein Impfbüchlein voller Kleber wie ein Panini-Album.

Ein Impfbüchlein voller Kleber wie ein Panini-Album.

Kenneth Nars

Kürzlich bin ich beim Aufräumen auf meine Impfbüchlein gestossen. Richtig, Plural. Offenbar habe ich ausgerechnet beim Thema Vakzine auf mindestens doppelte Buchführung gesetzt. Ich habe ein blaues Büchlein mit ausklappbaren Zusatzseiten, ein Dokument vom Militär (Diensttage: 0,5) und ein gelbes aus jener Zeit, als ich noch zum Reisen gekommen bin.

Unnötig zu sagen: Es ist zu Mehrfachimpfungen gekommen. Tatsächlich sind die Impfbüchlein mit ihren Stempelklebern so etwas wie meine ganz persönlichen Panini-Alben. Nur voller. Alleine gegen Kinderlähmung habe ich satte acht Schüsse verbuchen können, Diphterie krieg ich nie und selbst im Tropeninstitut haben sie vor einigen Jahren gestaunt, weil ich sogar die – eher seltenen - Seren gegen Zecken und Tollwut vorweisen konnte. Es geht mir sehr gut dabei. Körperlich habe ich nur leichten Haarausfall (erblich) und wachsenden Bauchansatz zu bewehleiden, letzteres steht eventuell im Zusammenhang mit allzu regelmässigen Schluckimpfungen im Kontext von Fussballspielen.

Unnötig zu sagen: Der langsam pandemisch werdenden Angst gegenüber Booster-Impfungen stehe ich komplett kaltschnäuzig gegenüber. Her mit der dritten Dosis gegen die vierte Welle. Ich unterscheide auch nicht zwischen Johnson und Johnson, macht aus mir den Impfelried, ein Mensch gewordenes Gufenkissen der Immunität. Immer im Wissen: Es ist unglaublich, was wir uns für eine Diskussion um gratis und freiwilligen Schutz leisten können.

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