Pandemie
Weihnachtsmarkt in Frenkendorf abgesagt – in Basel will man trotz Omikron zuwarten

Nach der Absage des Marktes im Baselbiet erlebten die Organisatoren einen «Shitstorm». Für den Weihnachtsmarkt in Basel sowie der Adventsgasse im Kleinbasel hat das Auftauchen der Coronamutation noch keine Konsequenzen. Das könnte sich aber jederzeit ändern, sagt eine Sprecherin des Gesundheitsdepartements auf Anfrage.

Rahel Empl, Sharleen Wüest
Drucken
Am Basler Weihnachtsmarkt herrscht weiterhin eine Zertifikats-, aber keine Maskenpflicht. Das Gesundheitsdepartement empfiehlt jedoch das Tragen einer Maske.

Am Basler Weihnachtsmarkt herrscht weiterhin eine Zertifikats-, aber keine Maskenpflicht. Das Gesundheitsdepartement empfiehlt jedoch das Tragen einer Maske.

Nicole Nars-Zimmer

Das Coronavirus breitet sich in der Region weiter aus. Noch herrscht die Delta-Variante vor, national gibt es für die hochansteckende Mutation Omikron erst Verdachtsfälle. Experten gehen davon aus, dass sie ihren Weg in die Schweiz finden wird.

Entsprechend versetzt Omikron die lokalen Behörden in Alarmbereitschaft. Wie Anne Tschudin, Sprecherin des Basler Gesundheitsdepartements (GD), auf Anfrage sagt, hatte Kantonsarzt Thomas Steffen am Wochenende diverse Informations- und Koordinationskontakte mit dem Bundesamt für Gesundheit: «Die Arbeitsabläufe im Contact-Tracing wurden an die neue Situation angepasst und alle Teststellen, Laboratorien und Arztpraxen über die nötige Vorgehensweise informiert.»

So müssten neu alle sich testenden Personen gefragt werden, ob sie sich in den letzten 14 Tagen in einem Risikogebiet aufgehalten haben oder ob sie Kontakt zu entsprechenden Personen hatten. Der Bevölkerung rate das GD zum strikten Einhalten der Schutzmassnahmen. Tschudin: «Weitere Massnahmen werden in vielen Kantonen diskutiert und dürften folgen.»

Gesundheitsdepartement behält sich Änderungen am Schutzkonzept vor

Aufgrund der aktuellen Situation wurde nun der Weihnachtsmarkt in Frenkendorf abgesagt. Mitorganisator Toni Kummli ist sich sicher: «Es war der richtige Entscheid.» Trotz viel Verständnis kamen nicht nur positive Rückmeldungen: «Es hat einen kleineren Shitstorm gegeben», sagt Kummli. Doch dieser sei in der Zwischenzeit abgeflacht.

Derweil appelliert Wolfgang Imhof vom Christchindlimärt in Laufen, der kommendes Wochenende stattfindet, an die Eigenverantwortung der Bevölkerung. Denn: «Im Freien ist das Tragen einer Maske kaum nötig.»

Mit genügend Abstand und Desinfektionsmittel scheint dem Schlossmarkt in Bottmingen nichts im Wege zu stehen. Dieser findet am 4. Dezember statt. Auch Organisatorin Nadine Giese appelliert an die Eigenverantwortung der Bevölkerung. Auf eine Maskenpflicht wird verzichtet.

War eine 3-G-Regelung nie Thema? «Doch, immer wieder. Wir haben hin und her diskutiert. Denn wir tragen als Organisatorinnen und Organisatoren eine grosse Verantwortung», sagt sie. Ein Blick auf andere Märkte habe gezeigt, dass einige Besucherinnen und Besucher Masken tragen – und die Regeln gut eingehalten werden. «Wir halten daran fest. Der Markt findet, zumindest stand jetzt, statt», sagt Giese und ergänzt:

«Eine Absage wäre schlimm!»

Denn es stecke viel Vorbereitung und Herzblut in einem Weihnachtsmarkt. Zudem gebe dieser ein kleines Stück Normalität.

Für den Weihnachtsmarkt in Basel, der am Donnerstag eröffnet worden ist, sowie für die Adventsgasse im Kleinbasel hat das Auftauchen der neuen Mutation vorerst keine Konsequenzen. Sprich: Nur wer ein Zertifikat vorweisen kann, erhält nach der 3G-Regel Zutritt. Ob angesichts von Omikron Überlegungen bestehen, eine Maskenpflicht einzuführen – im Moment gilt nur eine entsprechende Empfehlung des Basler GD – oder die Märkte gar ganz zu schliessen, dazu sagt Anne Tschudin:

«Anpassungen am Schutzkonzept sind immer denkbar.»

Sabine Horvath vom Basler Standortmarketing, die die Abteilung Messen und Märkte unter sich hat, hält derweil fest, man stehe mit dem GD in regelmässigem Kontakt «und es ist klar, dass die Situation weiter beobachtet werden muss».

Nach dem ersten offenen Wochenende zieht Horvath eine positive Bilanz und sagt, man spüre bei den Besucherinnen und Besuchern des Weihnachtsmarkts «grundsätzlich» eine hohe Akzeptanz für die Schutzmassnahmen. Ob viele auch eine Schutzmaske tragen, beantwortete sie indes nicht direkt.

Zufrieden zeigt sich auch Christine Wälti von der Adventsgasse. Es herrsche ein grosses Verständnis für die Schutzmassnahmen vor. Mit dem GD stünde man derzeit allerdings nicht in Kontakt, neue Massnahmen seien bis dato keine kommuniziert worden

Aktuelle Nachrichten