Fallstatistik

Neue Coronazahlen: In der Region Basel ist kein Weihnachtseffekt aufgetreten

Trotz Befürchtungen haben die Fallzahlen in der Region Basel nicht zugenommen. (Symbolbild)

Trotz Befürchtungen haben die Fallzahlen in der Region Basel nicht zugenommen. (Symbolbild)

Zu Corona gibt’s aus der Region Basel für einmal Positives zu berichten: am Mittwoch mussten weder Basel-­Stadt noch Baselland neue Todesfälle vermelden, die Zahl der Hospitalisationen zeigt abnehmenden Trend und auch die Zahl der Neuinfektionen ist rückläufig. Im Stadtkanton stiegen die registrierten Ansteckungen um 50 auf 8835, in Baselland um 59 auf 11'839.

Aufschlussreich ist die Entwicklung der Anzahl Ansteckungen pro 100'000 Einwohner über die vergangenen 14 Tage. Diese glättet Ausschläge und ermöglicht Vergleiche unter Ländern und Kantonen. Diese 14-Tage-Inzidenz ist in der Region Basel seit bald vier Wochen kontinuierlich rückläufig und lag am Mittwoch bei 392,9 (Basel-Stadt), 364,9 (Baselland) und 334,8 (Schwarzbubenland). Die Inzidenz hat sich in unserer Region innert eines Monats fast halbiert und liegt mittlerweile unter dem Schweizer Schnitt (477,5 per Mittwoch).

So hat sich die Inzidenz in der Region Basel entwickelt.

So hat sich die Inzidenz in der Region Basel entwickelt.

Auch zeigt sich, dass der befürchtete Weihnachtseffekt mit stark steigenden Ansteckungszahlen Anfang Januar ausgeblieben ist. «Wir vermuten, dass die Bevölkerung sehr umsichtig umgegangen ist mit den Risiken, welche die Festtage punkto Pandemieausbreitung mit sich brachten», sagt Valentin Kressler, Sprecher im Basler Gesundheitsdepartement (GD). Damit wäre das Ziel der Präventionskampagne vor den Festtagen erreicht worden. In Basel-Stadt, wo etwa die Restaurants am 25. November geschlossen wurden, setzte der Abwärtstrend wesentlich früher ein. Hier wurde der Peak bei den Ansteckungen bereits am 23. November erreicht, in Baselland und im Schwarzbubenland erst am 18. Dezember.

Beim GD sieht man denn auch die getroffenen Schutzmassnahmen im Bereich Freizeit, Sport und Gastbetriebe, die Stärkung des Contact-Tracing und das breite Testangebot als wesentliche Faktoren für den Abwärtstrend. «Der Verlauf zeigt aber, dass es Zeit braucht, bis zusätzliche Interventionen voll greifen», sagt Kressler. Beim Nachbarkanton Baselland will man den Trend nicht kommentieren. Ohne detaillierte Untersuchungen liessen sich keine seriösen Aussagen machen, sagt Rolf Wirz, Sprecher der Volkswirtschafts- und Gesundheitsdirektion (VGD).

In Basel bisher zwei Fälle der mutierten Virusvariante

Betont werden muss zudem, dass die Ansteckungszahlen in der Region immer noch sehr hoch sind und erst das Niveau von Ende Oktober erreicht haben. Hinzu kommt auch hier eine neue Gefahr: die mutierte und stärker ansteckende Virusvariante. Mit Blick auf die aktuelle Situation in Grossbritannien erwarten auch die beiden Basel wiederum steigende Infektionszahlen.

Vor diesem Hintergrund sei das Contact-Tracing bei solchen Verdachtsfällen in Basel-­Stadt intensiviert worden, sagt Kressler. Die aktuell tieferen Fallzahlen tragen immerhin dazu bei, die Ausbreitung der neuen Virusvariante etwas abzubremsen. Per Mittwoch konnten in Basel insgesamt zwei Ansteckungen mit dem mutierten Virus festgestellt werden, heisst es aus dem GD. Im Baselbiet gibt es wenige Verdachtsfälle, die derzeit in Abklärung seien, sagt VGD-Sprecher Wirz.

Die Coronafallzahlen haben sich in den beiden Basel seit Ausbruch der Pandemie asynchron entwickelt: Vor und während des ersten Lockdowns im März galt unsere Region nach dem Tessin als Corona-Hotspot. Vor und zu Beginn der zweiten Welle hatte Baselland indes die schweizweit tiefsten Ansteckungszahlen, was zum Teil erklärt, weshalb sich der Landkanton lange gegen schärfere Massnahmen zur Wehr setzte. Dies wiederum könnte dazu beigetragen haben, dass Anfang Dezember die Region im schweizweiten Vergleich wiederum stark überdurchschnittliche Ansteckungszahlen aufwies.

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