Basel
Moritz Suters Airline «Hello» bald ganz in Zürich?

Die Basler «Hello» ist in Turbulenzen. Kein Wunder, dass sie Gespräche mit der Berner Fluggesellschaft Skywork über eine Kooperation führte. Aber auch Gerüchte über ein Angebot an die deutsche Lufthansa machen die Runde

Iso Ambühl
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«Hello» heisst die Basler Charter-Fluggesellschaft, die Moritz Suter im Jahr 2004 gründete

«Hello» heisst die Basler Charter-Fluggesellschaft, die Moritz Suter im Jahr 2004 gründete

Unruhe beim Personal von Moritz Suters Airline Hello. Wie geht es weiter mit der Fluggesellschaft? Grund der Sorge ist der Verlust eines wichtigen Auftrags. Der Reiseveranstalter Tui Deutschland will ab Mai 2013 mit einer weiteren eigenen Maschine am Euroairport Basel-Mulhouse tätig werden, wie der «Sonntag» vor einer Woche berichtete. Bis zu diesem Wechsel kann Hello weiterhin eine Maschine am Euroairport nutzen, um für Tui Deutschland Destinationen wie Palma de Mallorca, Marrakesch oder die Kanarischen Inseln zu bedienen.

Das Hello-Personal wurde über den Verlust des Auftrags informiert. Hello-CEO Robert Somers ist überzeugt, dass die Lücke mit anderen Aufträgen gefüllt werden kann. Auch die Vermietung des Flugzeugs steht zur Debatte, wie er gegenüber dem Magazin «Travel Inside» sagte. In der Branche fragt man sich dennoch, was geschieht, wenn dies nicht gelingt. Man befürchtet, dass die Maschine künftig auch ab Zürich fliegen wird. Dort werden bereits die übrigen drei Airbus A320-Flugzeuge von Hello vor allem eingesetzt, für Zürcher Reiseveranstalter wie Hotelplan. Eine andere Variante wäre, das Flugzeug aufzugeben.

Es wäre sehr eigenartig, wenn der eingefleischte Basler Moritz Suter, Gründer der legendären Crossair am Euroairport, seine Chartergesellschaft (rund 140 Mitarbeitende) auf Zürich konzentrieren müsste. Der Aviatik-Pionier war für den «Sonntag» nicht zu sprechen. Die Situation von Hello als Reisefluggesellschaft ist auch sonst nicht einfach. Reiseveranstalter drücken angesichts der Wirtschaftskrise die Preise und meiden langfristige Aufträge. Kommt hinzu, dass Hello ein Krisenjahr wie 2010 (Jahresverlust: 11,16 Millionen Franken) hinter sich hat. 2011 war besser, da die Anzahl Passagiere mit 409000 weit über 2010 (151000) lag. 2012 ist laut Somers schwierig, weil die Preise für Flugbenzin sehr hoch seien.

Angesichts der Probleme erstaunt es nicht, dass es in der Gerüchteküche brodelt. So heisst es, dass Hello der deutschen Lufthansa angeboten worden sei, wovon Somers nichts weiss. Zudem gibt es Spekulationen, dass Hello mit der Berner Airline Skywork von Rolex-Erbe Daniel Borer zusammengehen könnte.

Gegenüber dem «Sonntag» gibt Skywork-CEO Tomislav Lang zu, dass die Airline «mit Hello bilaterale Gespräche über eine mögliche Kooperation» geführt habe. Die Unterschiede punkto Strategie und Konzept seien bislang aber zu gross, sagt Lang. «Man soll aber nie nie sagen – die Türe zu Hello ist nicht verschlossen», betont Lang, der mit Suter weiter «Beratungsgespräche» führt.

Ein Zusammengehen könnte interessant werden, weil sich Skywork am Berner Flughafen nicht wohl fühlt. Die Bedingungen seien nicht optimal. Lang bestätigt, dass Skywork unter anderen auch mit dem Basler Euroairport «inoffizielle Gespräche» führte. Dort sei offenbar mehr Risikobereitschaft vorhanden.