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Basels Rosinenpickerei: Weshalb die ID-Pflicht im Stadion in Basel weder politisch noch reell Sinn macht

Das Basler Justiz- und Sicherheitsdepartement spricht sich für eine ID-Pflicht in Schweizer Fussballstadien aus. Eine Positionierung, die auf Kritik stösst.

Lea Meister
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Vermummte Meuten, die das Spielfeld stürmen, Pyros, die in andere Sektoren fliegen, Ausschreitungen rund um Schweizer Stadien. Das sind Bilder, auf die wir alle verzichten können und wollen.

Die sogenannte «Schande von Basel» war 2006 der Auslöser für die öffentliche Diskussion über den Umgang mit gewalttätigen Fussballfans in der Schweiz. Daraus resultierte das Hooligan-Konkordat.

Jetzt spricht sich ausgerechnet der Kanton Basel-Stadt, dessen Parlament die Verschärfung des Konkordats ablehnte, in Person von Sicherheitsdirektorin Stephanie Eymann für eine ID-Pflicht in Schweizer Stadien aus. Eine Meinung, die politisch fragwürdig ist: Einzelheiten aus dem verschärften Konkordatstext herauszupicken, anstatt das Problem an der Wurzel zu packen und sich stärker mit der Fanarbeit zusammenzutun, kann nicht die Lösung sein.

Zudem ist eine ID-Pflicht auch reell nicht zweckdienlich: Ein von Kopf bis Fuss Vermummter bleibt ein Unbekannter, auch wenn der Täterkreis auf vielleicht 200–300 Personen eingegrenzt werden kann.

Wer den öffentlichen Rahmen des Fussballspiels für Gewalttätiges nutzen will, wird das auch künftig tun, ob mit oder ohne ID-Pflicht.

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Jürg Bloch

Meine Lösung gegen das Unwohlsein im und rund uns Stadtion, ich gehe einfach nicht mehr hin. Da sowohl Clubleitung als auch das Spielgeschehen auf das selbe Niveau gesunken sind vermisse ich nichts.

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