Unterricht ab Herbst
Kantone haben Biozentrum an Uni Basel übergeben: Exakte Mehrkosten sind noch unklar

Vor einem Jahr wurde bekannt, dass der Neubau des Biozentrums in Basel deutlich mehr kosten wird als geplant. Heute Montag wurde der Bau nun von den Regierungen beider Basel an die Universität Basel übergeben.

Silvana Schreier
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2017 hätte das Biozentrum von der Uni Basel bezogen werden sollen: Drei Jahre später ist es nun soweit.

2017 hätte das Biozentrum von der Uni Basel bezogen werden sollen: Drei Jahre später ist es nun soweit.

Nicole Nars-Zimmer

Das Grossprojekt sorgt seit Jahren für Schlagzeilen in Basel. Eigentlich war die Inbetriebnahme des Biozentrums Ende 2017 vorgesehen gewesen. Drei Mal musste der Termin verschoben werden. Ausserdem rechnete der Ausschuss mit Mehrkosten von 70 bis 110 Millionen Franken.

Die Regierungen der Kantone Basel-Stadt und Baselland haben nun heute Montag den Neubau an die Universität Basel übergeben. Damit nähere sich «das grösste Hochbauprojekt der drei Partner dem Abschluss», schreiben sie in einer Medienmitteilung. Die Übergabe fand demnach planmässig statt. Die Mehrkosten belaufen sich nach den aktuellen Berechnungen auf 87 bis 97 Millionen Franken, so die Regierungen. Der Basler Regierungssprecher Marco Greiner sagt:

Die genauen Mehrkosten für den Bau des Biozentrums sind noch in Abklärung. Rechtsfragen müssen geklärt werden.

(Quelle: )

Lehrbetrieb ist ab Herbst 2021 möglich

Die technischen Anlagen hätten alle Tests erfolgreich bestanden. Im November 2020 sei die provisorische Nutzungsfreigabe und die Freigaben für diverse Spezialnutzungen im Bereich der Molekularbiologie erteilt worden. Damit könne der Neubau uneingeschränkt genutzt werden. Die Aufnahme des Lehrbetriebs ist laut Mitteilung auf Herbst 2021 vorgesehen.

Die Kostenüberschreitung sowie die Verzögerungen sind Bestandteil einer Untersuchung durch eine Parlamentarische Untersuchungskommission (PUK) des Grossen Rats. Deren Präsident Christian von Wartburg sagt: «Die Arbeit der PUK ist zwar noch nicht getan. Dennoch bin ich als Präsident froh, dass es nicht zu weiteren Verzögerungen gekommen ist.» Den Bericht zum Biozentrum will die PUK bis Ende 2021 fertigstellen. Von Wartburg sagt, er spüre Erleichterung und habe auch Freude daran, dass das Biozentrum jetzt fertig ist.

Gleichzeitig versteht der SP-Grossrat die Art und Weise, wie die Kantone und die Universität die Übergabe kommunizierten, nicht. «Ich verstehe es nicht ganz, warum die Übergabe gänzlich ohne Öffentlichkeit stattgefunden hat. Auch wir von der PUK haben gleichzeitig mit der Medienmitteilung davon erfahren.» Zumindest virtuell hätte man eine Pressekonferenz stattfinden lassen können, «wo auch Fragen hätten gestellt werden können», fügt von Wartburg an.

Keine Feier wegen Corona

Regierungssprecher Greiner erklärt: «Aufgrund der Coronapandemie konnten die geplanten Feierlichkeiten nicht durchgeführt werden. Da heute der Lenkungsausschuss zum ersten Mal im neuen Jahr tagte, wurde der Termin für die Übergabe des Neubaus an die Universität Basel genutzt.» Ein öffentlicher Akt sei zu einem späteren Zeitpunkt geplant, wenn die Bedingungen dies zulassen.

Für die Universität Basel beginnt nun der Einzug. Laut Sprecher Matthias Geering werden die einzelnen Abteilungen ab Sommer 2021 etappenweise umziehen. Bis dahin brauche es noch Ausbauarbeiten der Stockwerke, da mit der Übergabe nur der Rohbau des Gebäudes fertiggestellt sei. Ab Semesterbeginn im Herbst 2021 soll das Biozentrum schliesslich für den Unibetrieb genutzt werden können.

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