Schwarzbubenland
Kanton Solothurn soll das Kloster Mariastein finanziell unterstützen

In der Benediktinerabtei stehen grosse Projekte an, deren Kosten man nicht alleine tragen kann. Deshalb stellt die Solothurner Regierung nun eine Beteiligung in Aussicht.

Dimitri Hofer
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Das Kloster Mariastein wird jährlich von 250'000 Menschen besucht.

Das Kloster Mariastein wird jährlich von 250'000 Menschen besucht.

Zvg / BLZ

Die Signale aus Solothurn stimmen die Verantwortlichen im Kloster Mariastein optimistisch: Die Chancen, dass die Benediktinerabtei finanzielle Unterstützung vom Kanton erhält, stehen gut. Gibt das Parlament am Mittwoch seinen Segen, wird die Regierung eine Kostenbeteiligung prüfen.

Auf der Traktandenliste der morgigen Sitzung des Solothurner Kantonsrats findet sich ein fraktionsübergreifender Auftrag zum Kloster Mariastein. Eingereicht wurde dieser im vergangenen Mai von sämtlichen 13 Parlamentariern aus dem Dorneck-Thierstein sowie von zwei Kantonsräten aus dem übrigen Kanton.

Der Auftrag möchte, dass der Regierungsrat prüft, «ob aufgrund der spirituellen, denkmalpflegerischen, historischen, touristischen und gesellschaftlichen Bedeutung und Relevanz von Mariastein eine Unterstützung des Kantons Solothurn ermöglicht werden kann». Es spricht wenig dagegen, dass der Kantonsrat den Auftrag nicht für erheblich erklärt. Der Regierungsrat selber und die Bildungs- und Kulturkommission haben sich dafür ausgesprochen.

Kloster Mariastein benötigt insgesamt rund 25 Millionen Franken

Eine finanzielle Rückendeckung des Klosters Mariastein ist dringend nötig. «Prüft der Kanton Solothurn eine Unterstützung, wäre dies ein starkes Zeichen an andere Geldgeber», sagt Mariano Tschuor. Der frühere Fernsehmoderator ist seit zwei Jahren bei der Benediktinerabtei angestellt. Er leitet das Projekt «Mariastein 2025», das mit verschiedenen Massnahmen die Zukunft des Klosters sichern will.

Seit Jahren ist die Zahl der Mönche, die im Schwarzbubenland leben, rückläufig. Um die Klosterbrüder zu entlasten und um attraktiv für Besucher zu bleiben, setzt man auf bauliche Verbesserungen und eine Stärkung der Wallfahrt.

Mit der neuen Gestaltung des Klosterplatzes sowie der Reorganisation und dem Umbau der Bibliothek liegen zwei Projekte vor, bei denen die Mittelbeschaffung ansteht.

Hierfür fragen wir die öffentliche Hand, aber auch Privatpersonen und die Wirtschaft an. Wir stehen noch ganz am Anfang

,so Tschuor. Das Vorhaben ist ambitiös: Die Neugestaltung des Klosterplatzes kostet rund fünf, die Veränderungen bei der Bibliothek sechs Millionen. Für alle Massnahmen, die in Zusammenhang mit «Mariastein 2025» stehen, rechnet der Projektleiter mit 25 Millionen Franken.

Solothurn will abklären, ob andere Kantone die Abtei auch unterstützen

Mit einem konkreten Projekt auf Geldgeber zugehen können die Verantwortlichen bei der Neugestaltung des Klosterplatzes. Wie das Kloster Mariastein kürzlich mitteilte, hat das Zürcher Architekturbüro Ehrenklau Hemmerling den Projektwettbewerb gewonnen.

Ist die Finanzierung gesichert, werden die Pläne umgesetzt. Es ist gut möglich, dass der Kanton Solothurn hierfür einen Beitrag sprechen wird. In der Regierungsantwort auf den Auftrag wird explizit eine Beteiligung an diesem Projekt in Aussicht gestellt.

Sofern der Kantonsrat den Auftrag für erheblich erklärt, will die Regierung zudem auch abklären, ob «sich die umliegenden Kantone der Nordwestschweiz finanziell beteiligen». Bei Susanne Koch Hauser, die den Auftrag formuliert hat, kommen die Worte des Solothurner Regierungsrats gut an.

Die Erschwiler Gemeindepräsidentin ist Teil eines 29-köpfigen Patronatskomitees für die Abtei. Sie findet: «Dass die Regierung die anderen Kantone mit ins Boot holen will, ist sehr wünschenswert. Das Kloster Mariastein ist wichtig für die ganze Nordwestschweiz und darüber hinaus.»