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Kampf gegen Tigermücke setzt Baselbieter Politik unter Druck

Tigermücke

Tigermücke

In Reinach und Muttenz wurden Larven der asiatischen Tigermücke gefunden – der Kanton vermutet, dass sie sich in der Region ansiedelt.

Die Einwohner von Muttenz fanden vergangene Woche unangenehme Neuigkeiten im Briefkasten vor: In der Gemeinde wurden Tigermückenlarven entdeckt, schreibt das Amt für Umweltschutz und Energie (AUE) in Briefen an die Bevölkerung. Auch Reinach ist betroffen. «Es ist davon auszugehen, dass sich die Tigermücke in naher Zukunft in der Region des unteren Baselbiets ansiedeln wird», heisst es im Brief.

Das AUE hat gemeinsam mit dem Tropeninstitut bereits im Oktober nach den Tieren gesucht, nachdem eine Fundmeldung eingegangen war. «Die Bestätigung, dass es sich bei den gefundenen Larven um Tigermücken handelte, hatten wir relativ schnell», sagt Gabriel Stebler, Leiter Störfallvorsorge und Chemikalien. Mit der Benachrichtigung von Gemeinde und Bevölkerung wurde jedoch wegen der Mücken-Brutzeit bis zur Veröffentlichung des Neobiota-Jahresberichts gewartet.

Die Tigermücke ist tagaktiv und gilt als besonders aggressiv und lästig. «Sie ist auch in der Lage, Krankheiten wie das Dengue- oder Zikavirus zu übertragen», sagt Stebler. Die Wahrscheinlichkeit dafür sei in unseren Breiten aber sehr gering. Für eine Übertragung bräuchte es zuerst infizierte Menschen als Wirte. Gleichzeitig müsse eine hohe Dichte einer Mückenpopulation vorhanden sein.

Erstmals im Siedlungsgebiet gefunden

Der erste Fund einer Tigermücke im Baselbiet geschah 2015 in Arlesheim, seither hat es vereinzelte Funde an der Autobahnraststätte Pratteln sowie einen in der Grün 80 gegeben. Neu ist bei den Fällen in Reinach und Muttenz, dass Larven im Siedlungsgebiet nachgewiesen werden konnten. Wann und wie sich die Tigermücke im Baselbiet ansiedeln wird, ist zurzeit unklar. «Die Ausbreitung ist vom Klima, dem Befolgen der Verhaltensanweisungen und der Anstrengungen der Behörden abhängig», sagt Stebler. In Basel konnte eine Ansiedlung dank intensiver Bekämpfung bisher verhindert werden. «In unserem Fall fehlen aktuell noch die personellen Ressourcen, und die finanziellen Mittel müssen nächsten Monat vom Landrat bewilligt werden», so Stebler. In der Zwischenzeit gilt es, Tigermückenpopulationen zu verhindern: Wasseransammlungen in Becken und Töpfen sollten vermieden, Regenwasserbehälter abgedichtet und Untersetzer regelmässig geleert werden.

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