Aufklärung

Der Sex-Koffer ist im Baselbiet «kein Thema»

Baselbiet verzichetet bei Aufklärung auf Anschauungsmaterial

Baselbiet verzichetet bei Aufklärung auf Anschauungsmaterial

Die Aufklärung im Baselbiet findet zur Hauptsache auf Sekundarstufe statt und ohne «Material». Der umstrittene Sex-Koffer, der in Basel-Stadt für Schlagzeilen sorgt, ist im Baselbiet kein Thema - und wird auch keines.

Der so genannte Basler Sex-Koffer, mit dem Kinder in den Schulen aufgeklärt werden sollen, hat in Baselland kein Pendant. Der Koffer, «gespickt mit reichlich Demonstrationsmaterial», wie es der «Blick am Abend» einmal formulierte, sorgte für grosse Aufregung in Basel, bei Erziehungsdirektor Christoph Eymann für eine Flut von Protestbriefen erregter Eltern und am Ende für eine entschärfte Variante, ohne dass sich aber der Aufruhr dadurch legte.

Helen Frei, die beim Baselbieter Amt für Volksschulen für die Kindergarten- und die Primarstufe zuständig ist, kennt diese Aufregung. Denn auch bei ihr hat sich ein Elternpaar aus Binningen im Auftrag mehrerer besorgter Eltern erkundigt, ob auch im Baselbiet so genannte Sex-Koffer im Einsatz stehen. «Und ich verstehe, dass dies zu Aufruhr führen kann», sagt sie.

Kein Anschauungsmaterial

Sie kann aber alle beschwichtigen. Sex-Koffer oder ähnliches Anschauungsmaterial gelangt im Baselbiet an keiner Schule zum Einsatz und es sei auch nichts Ähnliches geplant, sagt sie klar. Da sie zugleich Präsidentin der Lehrmittelkommission ist, weiss sie bestens Bescheid über grossflächig eingesetzte Lehrmittel im Kanton. Anschauungsmaterial gelangt dabei nicht zum Einsatz.

Sexualkunde wird im Baselbiet grundsätzlich erst auf Sekundarstufe erteilt und im «Urknall», dem Lehrmittel für naturwissenschaftliche Fächer, auch thematisiert. Damit ist das Thema aber für die Primarschule nicht völlig tabu. Wenn im Fach Mensch und Umwelt der eigene Körper behandelt werde, könne man keinen Bogen um den «kleinen Unterschied» schlagen, sagt sie. «Das geschieht aber sehr situativ und vor allem stufengerecht.»

Ausgeschlossen ist aber, dass Eltern, die ihr Kind vor der Sexualkunde behüten wollen, es vom Unterricht dispensieren. Aufklärung gehört zum obligatorischen Schulunterricht. Nur vom Fach Religion können Kinder unter gewissen Umständen befreit werden.

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