Summerstage-Festival
Wuchtiger Hip-Hop und soulige Stimmen im Park im Grünen

Steff la Cheffe, Xavier Naidoo und Kool Savas sorgten am zweiten Tag des Summerstage-Festivals für Stimmung. «Das ist ein eher chilliges Festival», meint ein Besucher zu seinen Kollegen.

Michel Schultheiss
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Xavier Naidoo rappt sich in die Herzen der Zuhörerinnen und Zuhörer
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Mit seinem Kumpel Kool Savas tritt er als Xavas auf.
Dem Publikum gefällts.
Der Park im Grünen verleiht dem Summerstage-Festival eine einzigartige Atmosphäre
Endlich Sommer
Gute Stimmung garantiert.
Steff La Cheffe erweist sich als Energiebündel
Der Samstag an der Summerstage Basel 2013
Das Publikum ist begeistert.
Die sympathische Rapperin unterhält sich am Festival mit ihren Fans.
Kulinarisch kommen die Besucher auch nicht zu kurz.
Applaus für die Summerstage

Xavier Naidoo rappt sich in die Herzen der Zuhörerinnen und Zuhörer

Nicole Nars-Zimmer

Als Gewinner des RFV-Wettbewerbs wirkt der 19-jährige Rapper Trace zusammen mit seinem Kollegen Dirty auf der Bühne im Park im Grünen beim St. Alban-See am zweiten Summerstage-Festival-Tag als Eisbrecher für das Open Air, welches an den beiden Tagen rund 5500 Besucher in den Park im Grünen lockt.
«Das ist ein eher chilliges Festival», meint ein Besucher zu seinen Kollegen. Damit hat er recht: Selbst eine Gruppe Feldgänse lässt sich von den krachenden Beats nicht aus der Ruhe bringen. Gleich beim Wolkenhügel, der von vielen Besuchern belagert wird, streunen die Vögel unbeeindruckt umher.

La Cheffe mit Band

Nach dem Support der beiden jungen Rapper aus der Region Basel gehört der idyllische Park, der zum zweiten Mal die Summerstage beherbergt, dem Energiebündel Steff La Cheffe. Die Rapperin und Beatboxerin erscheint in Begleitung einer vierköpfigen Band und zweier Begleitsängerinnen. Dabei treten ihres Live-Stärken hervor: Die Beatbox-Einlagen der 26-jährigen Bernerin, der lebhafte Sound der Musiker und die souligen Backing Vocals sorgen für einen abwechslungsreichen Auftritt.

Ob Reggae, Funk, Crossover oder Anleihen aus der afrikanischen Popmusik, die von bösen Zungen schon als Ethnokitsch bezeichnet wurden: Die sommerlichen Rhythmen der Band sorgen für ausgelassene Stimmung.

Sogar der für seine skurrilen Auftritte bekannte Basler Grossrat Eric Weber findet beim Auftritt Erwähnung. Das «Meitschi vom Breitsch» hat vernommen, dass ihr Hit «Ha ke Ahnig» als Grundlage für einen Parodie-Song auf Youtube gedient hat. In Anspielung darauf kündigt Steff ihren Hit mit dem Weber-Zitat «Alles gratis, gratis Drämmli fahre» an. Zum Schluss greift die Begleitsängerin Brandy Butler zum Sousafon. Das grobschlächtige Blasinstrument unterlegt den Zugabe-Song «Annabelle».

Spannende Zusammenarbeit

Während der Umbaupause warten viele der vor allem jungen Gäste gebannt auf den Haupt-Act aus Deutschland. Das Konterfei vom Rapper Kool Savas prangt auf manchen T-Shirts. Für den Zweiten im Bunde, Xavier Naidoo, ist es nicht der erste Auftritt am Summerstage: Vor zwei Jahren war der Soulsänger mit den Söhnen Mannheims in der Kunsti St. Margarethen zu hören. Auch Naidoo lockte so manchen ans Open Air - so etwa Lukas aus Liestal: «Er schreibt Texte, die einfach wahr sind und mich manchmal fast zum Weinen bringen», meint er. Gespannt ist er auf die Zusammenarbeit mit Kool Savas.

Schliesslich ist es so weit: Video-Projektionen mit Science-Fiction-Bildern und Feuerwerk-Einlagen kündigen feierlich den Auftritt der beiden Headliner an: Xavier Naidoo, die prägende Figur des deutschen R&B und der King of Rap, wie sich Kool Savas auch nennt, betreten unter tosendem Applaus die Bühne. «Da habe ich eine Hühnerhaut bekommen», kommentiert Sascha, ein Hip-Hop-Fan aus Frenkendorf, den pompösen Einstieg.

Buhrufe in Basel und Zürich

Kool Savas scheint mit dem Basler Lokalpatriotismus vertraut zu sei: «Wir waren gestern in Zürich und haben gefragt, ob es in Basel gleich abgeht», ruft er dem Publikum zu, welches pfeifend und buhend antwortet. «So haben die auch reagiert», sagt er darauf schelmisch.

Das Projekt Xavas, welches die beiden auf die Beine gestellt haben, hat vor einigen Monaten für Kontroversen gesorgt: Wegen eines Hidden-Tracks auf dem Album «Gespaltene Persönlichkeit» sahen sie sich mit dem Vorwurf der Homophobie konfrontiert. Davon ist aber am Summerstage nichts zu spüren, denn was in diesem Augenblick zählt, ist die Show: Der Sprechgesang des Rappers Kool Savas fliesst mit der souligen Stimme Naidoos zusammen, was dem Ganzen einen kompakten Sound verleiht.

Schwarm der Frauen

Zum einen präsentieren sie Lieder aus ihrer Zusammenarbeit, die von Krieg, Liebe, Freundschaft oder gar vom Teufel handeln. Zum anderen geben die beiden mit Solo-Einlagen ältere Stücke zum Besten. «Ich muss Dich bei Dir bedanken - erstmals sind an einem Konzert von mir mehr Frauen als Männer», meint Savas mit Blick auf das Publikum zu Naidoo. Das Duo schliesst den Auftritt mit dem Ohrwurm «Schau nicht mehr zurück» ab, was einige Fans zum Mitsingen bewegt.