Birsfelden
Weihnachtszirkus trotz Virus: Auf der Kraftwerkinsel gibt es 54 Vorstellungen

Auf der Kraftwerkinsel in Birsfelden findet ein Weihnachtszirkus statt – unter Coronaauflagen und mit viel Abstand.

Kelly Spielmann
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Noch im Aufbau: Dominik Gasser zeigt, wo die Tische hinkommen.

Noch im Aufbau: Dominik Gasser zeigt, wo die Tische hinkommen.

Nicole Nars-Zimmer

Während in der ganzen Region Veranstaltungen abgesagt werden, zeigt sich in Birsfelden ein derzeit ungewohntes Bild: Mitten auf der Kraftwerkinsel wird ein Zirkuszelt aufgestellt. Das verwirrt erst mal: Ein Zirkus in der aktuellen Situation? Ist das überhaupt möglich?

Tatsächlich haben sich Diana und Dominik Gasser vom Circus GO nicht abhalten lassen, den diesjährigen Weihnachtszirkus durchzuführen. Heute Samstag findet die erste Vorstellung statt, bis zum 3. Januar kommen 53 weitere dazu.

Birsfelden statt Aesch

Grosse Diskussionen zur Durchführung habe es nicht gegeben. «In meinem Kopf haben die natürlich stattgefunden», sagt Dominik Gasser bei einem Besuch vor Ort. Doch es sei schliesslich klar gewesen: Absagen kommt nicht in Frage. «Wir konnten die Artisten nicht einfach nach Hause schicken. Das geht vielleicht bei einem Grossunternehmen, das ans Geld denkt, nicht ans Herz.»

Der Standort sei für die Aufführungen ideal. Normalerweise findet der Weihnachtszirkus in Aesch, Solothurn oder Bern statt. «In Aesch sind wir aber auf Firmen angewiesen, Laufkundschaft gibt es kaum», erklärt Gasser – dieses Jahr ist das keine Option. Die Gemeinde Birsfelden habe das Vorhaben von Beginn an unterstützt. «Alle freuen sich, wenn auch in dieser Zeit etwas läuft», so Gasser.

Normalerweise 600 Gäste

Doch wie genau hat er vor, unter all den Auflagen einen Weihnachtszirkus durchzuführen? «Das geht bei uns als Restaurantzirkus zum Glück gut», meint er. Die Tische werden in grossen Abständen aufgestellt: Pro Tisch sind vier Personen erlaubt, der nächste jeweils rund zwei Meter entfernt. Insgesamt gilt die Obergrenze von 50 Personen. Sonst bietet das Zirkuszelt Platz für bis zu 600 Gäste. Lohnt sich der Zirkus so überhaupt? Gasser lacht.

Lohnen tut sich gar nichts. Aber hier hängt unser Herz dran

sagt er und blickt zum Zeltdach, das sich farbig und mit blinkenden Lichtern über die Köpfe der Mitarbeitenden spannt.

Weiter gilt Maskenpflicht, bis die Besucher an ihren Plätzen sitzen. Auch Desinfektionsmittel steht überall bereit. «Wir hoffen, dass sich alle an die Regeln halten», meint Gasser.

«In drei Tagen kann sich alles ändern»

Die Reaktionen seien bisher positiv gewesen. «Wenn Leute sehen, was wir machen, freuen sie sich.» Der Vorverkauf läuft hingegen noch nicht wirklich. Das liege an der Unsicherheit, ist Gasser sicher. «In drei Tagen kann sich alles wieder ändern, da kauft man nicht im Voraus Tickets.» Tatsächlich können die Massnahmen von einem Tag auf den anderen verschärft werden. Was passiert in diesem Fall mit dem Zirkus? Gasser: «Das wissen wir nicht. Daran versuchen wir nicht zu denken.»