Persönlich
Vorurteile zum Veganuary

Eva Oberli
Eva Oberli
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Joaquin Phoenix wurde als bester Hauptdarsteller für seine Rolle als «Joker» ausgezeichnet.

Joaquin Phoenix wurde als bester Hauptdarsteller für seine Rolle als «Joker» ausgezeichnet.

Chris Pizzello / AP

Es war ein Bild, zu schön, um nicht inszeniert zu sein: Joaquin Phoenix, wie er nach der letzten Oscar-Verleihung auf einer Treppe sitzt, neben ihm die vergoldete Statue, mit ihm Partnerin Rooney Mara und in seiner Hand ein veganer Burger. Demeter jubelte bei dem Anblick wohl ebenso auf dem Olymp wie auch im Verkaufsregal.

Die VIP-Vorbilder, die stetig wachsende Auswahl an veganen Produkten, die Klima-Thematik und die durch Homeoffice zuletzt schleifengelassene gesunde Ernährung haben wohl alle dazu beigetragen, dass die diesjährige Aktion Veganuary der gleichnamigen Organisation eine wahre Lawine an Begeisterung und Teilnehmenden losgetreten hat. Sie alle wollen sich den ganzen Januar ausschliesslich vegan ernähren.

So weit, so nachhaltig. Nur die Aggressionen, die Trend und Gegentrend aufeinander richten, sind wachstumsschädigend. Das höhnische Gelächter über «Pflanzenfresser» und die einfältigen Beleidigungen von Linsen nerven genauso wie die gehässige Polemik der Gegenseite: Dass es ja wohl nicht nur ein einmonatiger Trend zum Jahresbeginn sein sollte, auf den Verzehr von totem Tier, Muttermilchprodukten von Paarhufern und der Menstruation von Hühnern zu verzichten.

Ich halte mich da lieber raus und an die Worte des Musikers Alligatoah, habe also «immer offene Ohren und Obst in der Wohnung und hol’ mir den Mitmensch-des-Monats-Award».

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