Vierspurausbau
Am Montag gehen am Bahnhof Liestal zwei neue Gleise in Betrieb

Der Vierspurausbau geht vorwärts. Was die Eröffnung der Gleise 3 und 4 für die Pendelnden bedeutet und welche weiteren Änderungen folgen.

Kelly Spielmann
Drucken
Die neuen Gleise 3 und 4 am Bahnhof Liestal sind betriebsbereit.

Die neuen Gleise 3 und 4 am Bahnhof Liestal sind betriebsbereit.

Juri Junkov

Derzeit läuft wieder eine Intensivbauphase auf der Grossbaustelle am Bahnhof Liestal: Bereits seit dem 15. Juli und noch bis am Montag werden Gleisarbeiten durchgeführt, was auch nachts zu Lärm führt. Die Arbeiten sind im Gang, damit am Montag der nächste grosse Meilenstein im Vierspurausbau erfolgen kann: Die Gleise 3 und 4 gehen dann in Betrieb.

Damit gehen diverse Veränderungen am Bahnhof einher. Wie die SBB schreiben, halten die Züge ab Montag nur noch an den neuen Gleisen 3 und 4 sowie am bestehenden Gleis 1. Das bisherige Hilfsperron 2 wird jedoch aufgehoben. Die SBB empfehlen, die App oder die Website zu konsultieren, um zu prüfen, auf welchem Gleis die Züge ab Montag halten.

Breiter, aber noch immer kein Verbindungsweg

Die Gleise 2 und 3 teilen sich eine Plattform – weil das Hilfsperron des Gleises 2 geschlossen wird, wird dasjenige des Gleises 3 nicht in gesamter Breite zur Verfügung stehen. «Die Perronhälfte am Gleis 3 wird jedoch etwas mehr Platz bieten als das heutige Hilfsperron», so die SBB. Das schmale Hilfsperron 2 stand jüngst in der Kritik, weil es nicht mehr als Durchgangsweg benutzt werden konnte. Für Anwohnende der Quartiere Sichtern, Munzach, Wiedenhub und Goldbrunnen bedeutete das einen Umweg via Rotacker- und Tiergartenstrasse. GLP-Einwohnerrat Domenic Schneider wehrte sich mit einem Postulat dagegen.

Der Bahnhof Liestal war Anfang Juni 2022 eine Grossbaustelle.

Der Bahnhof Liestal war Anfang Juni 2022 eine Grossbaustelle.

Juri Junkov

Auch das neue Gleis 4 wird nicht in seiner vollen Breite benutzbar sein, denn es liegt am Gemeinschaftsperron 4 und 5 der SBB und der Waldenburgerbahn. Die BLT muss noch Arbeiten auf ihrer Perronhälfte ausführen, bevor das Gleis 5 am 11. Dezember in Betrieb gehen kann. Die neuen Perronbereiche seien zwar breiter als das alte Hilfsperron – die SBB empfehlen dennoch, die Perronflächen nicht als Quartierquerung zu nutzen, insbesondere zu den Hauptverkehrszeiten wochentags, also von 6.30 bis 9 Uhr und von 16.30 bis 19 Uhr.

Ebenfalls am Montag geht das neue Stellwerk der SBB in Betrieb. Dies, damit die neuen Gleise, Weichen und Signale ferngesteuert werden können. Um sie am Stellwerk anzuschliessen, sind rund 180 Kilometer Kabel notwendig, schreiben die SBB.

Im Herbst folgen weitere Änderungen

Ab Ende August wird sich die Perron- und Querungssituation erneut ändern: Ab dem 29. August wird die Nutzungslänge des Perrons 1 gekürzt, weil der Rückbau des Perrondachs beginnt. Die längeren Intercity-Züge halten deshalb nur ab Ende August noch an den Gleisen 3 und 4.

In der Nacht vom 16. auf den 17. September geht das Gleis 1 schliesslich ganz ausser Betrieb, denn das Perron und das Gleis werden abgebrochen und neu gebaut. Ebenso das Bahnhofgebäude: Dieses wird ab Ende September abgerissen. Ein provisorischer Steg zwischen Kantonsbibliothek und dem Gleis 3 wird dann eine Verbindung zum provisorischen Busbahnhof herstellen, der am 25. September in Betrieb geht. Das neue Gleis 2 soll voraussichtlich im Dezember 2023 in Betrieb gehen, das neue Gleis 1 im Juli 2024.

Der Liestaler Vierspurausbau ist bereits seit Juni 2019 in Gang und dauert noch bis Ende 2025. Der Bund hat 380 Millionen Franken in den Ausbau investiert, der zu mehr Pünktlichkeit und auch zum Viertelstundentakt der S-Bahn zwischen Basel und Liestal führen soll.