Verkehrsunfälle
Zweiräder stehen bei der Präventionsarbeit der Baselbieter Polizei im Fokus

Die Baselbieter Polizei präsentiert die Verkehrsunfall-Statistik 2020. Was auffällt, ist die Zunahme der E-Bike-Unfälle über die letzten Jahre. Dagegen will man mit Sensibilisierung ankämpfen.

Maximilian Karl Fankhauser
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Unfälle mit E-Bikes, wie hier im Sommer 2020 in Liestal, haben sich in den letzten Jahren fast verdoppelt.

Unfälle mit E-Bikes, wie hier im Sommer 2020 in Liestal, haben sich in den letzten Jahren fast verdoppelt.

Bild: zvg / Polizei BL

Die Baselbieter Polizei hat neben der Kriminalstatistik am Mittwoch auch die Zahlen der Verkehrsunfälle veröffentlicht. Sie ist erfreulich, doch es gibt auch Grund zur Sorge, was ein bestimmtes Fortbewegungsmittel betrifft: die Zweiräder. Genauer gesagt: die durch einen Elektromotor unterstützten Zweiräder.

Wegen der Pandemielage und der Homeoffice-Pflicht nahm der Verkehr ab, damit auch die Unfälle. Im vergangenen Jahr registrierte die Polizei 10 Prozent weniger Verkehrsunfälle, ihre Zahl nahm um 104 auf 926 ab. Demgegenüber sind im vergangenen Jahr jedoch 9 Personen auf Baselbieter Strassen ums Leben gekommen, 2019 hatte diese traurige Zahl noch bei 5 gelegen. Die Zahl der Schwerverletzten nahm ebenfalls zu, von 51 im Jahr 2019 auf 68.

Alleine 40 Unfälle verursachten Lenkende von E-Bikes

Eine weitere erschreckende Zahl: Von insgesamt 926 registrierten Unfällen ereigneten sich deren 226 mit Zweirädern, also rund jeder vierte. Hierbei lohnt sich deshalb vor allem ein Blick auf die Unfälle, die durch motorisierte und nicht motorisierte Zweiräder verursacht worden sind. Obwohl der Trend mit zwei Prozent weniger verursachten Unfällen im Gegensatz zum letzten Jahr absteigend ist, steigen die durch E-Bikes verursachten Unfälle in den letzten Jahren augenfällig. Waren es 2017 noch 23 durch E-Bikes verursachte Unfälle, spricht man im letzten Jahr von deren 40. Dies hänge mit dem regelrechten Boom zusammen, der um die E-Bikes entstanden ist, sagte Bernhard Baumgartner, Chef Verkehrspolizei ad interim, an der Online-Medienkonferenz.

«Deshalb werden wir jetzt vermehrt auf die Prävention bei den Zweirädern setzen.» Doch wie soll diese Prävention aussehen? Baumgartner stellt hierbei mehrere Ansätze vor, wie man bei der Polizei an dieses Thema herangeht. Zum einen werde man eine Plakatkampagne starten, die auf den nötigen Abstand zwischen den Fahrrädern und den E-Bikes aufmerksam mache. Ausserdem sei man in Kontakt mit Schulen und Lehrkräften. «Hierbei geht es um die Sensibilisierung der Schüler im Umgang mit fahrzeugähnlichen Geräten, wie zum Beispiel Trottinette oder Skateboards.»

Auch eine Videokampagne sei vorgesehen, die der Bevölkerung das Verhalten im Strassenverkehr noch einmal näherbringen sollte. «Uns ist vor allem der respektvolle Umgang auf der Strasse wichtig», sagt Baumgartner.