Reha dominiert
Übergangspflege nach Spitalaustritt wird kaum genutzt

Die Akut- und Übergangspflege (AÜP), welche es seit 2011 gibt, wird im Baselbiet kaum genutzt. Viel öfter werden Reha-Aufenthalte verordnet.

Michael Nittnaus
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Reha-Aufenthalte werden deutlich öfter verordnet (Themenbild).

Reha-Aufenthalte werden deutlich öfter verordnet (Themenbild).

Raphael Rohner

Gut gemeint heisst nicht gut gemacht: Mit der Einführung der neuen Spital- und Pflegefinanzierungen wurde 2011 auch die Möglichkeit einer Akut- und Übergangspflege (AÜP) geschaffen. Sie reagierte auf die zunehmenden «blutigen», also frühen Entlassungen von Spitalpatienten und sollte eine Option sein zwischen Spital- und Langzeitpflege.

Ist ein Patient nach dem Spitalaufenthalt noch befristet auf Pflege angewiesen, kann der Arzt bis zu zwei Wochen AÜP beantragen. Finanziert wird es wie bei den stationären Spitalkosten zu 55 Prozent vom Kanton und zu 45 Prozent von den Krankenkassen. Doch in Baselland wird diese Option kaum genutzt. Sie scheint vielen Spitalärzten zu wenig bekannt.

Ein Problem der AÜP ist aber auch die Beschränkung auf zwei Wochen. Weitaus öfter werden deshalb Reha-Aufenthalte verordnet. Dies zeigte schon eine Interpellationsantwort der Regierung vom Februar. Interpellantin Béatrix von Sury (CVP) stösst nun mit einem Postulat nach. Sie fordert die Regierung auf, Massnahmen zur Verbesserung der AÜP in Baselland in die Wege zu leiten. Da die Zwei-Wochen-Frist auf Bundesebene geregelt ist, soll sich die Regierung zudem über die Gesundheitsdirektorenkonferenz in Bundesbern für eine flexiblere Lösung einsetzen.