Staatswein-Kür in Sissach
Ein edler Tropfen für beide Basel

Das Baselbiet kürt seinen Staatswein zum ersten Mal gemeinsam mit Basel-Stadt im Schloss Ebenrain in Sissach.

Maximilian Karl Fankhauser
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Kürung der Staatsweine der Kantone Basel-Landschaft und Basel-Stadt 2021 im Schloss Ebenrain Sissach. Der Baselbieter Regierungsrat Thomas Weber (2 v.r.) und sein Basler Kollege Kaspar Sutter (links) mit den Sieger-Winzern und den vier Staatsweinen.

Kürung der Staatsweine der Kantone Basel-Landschaft und Basel-Stadt 2021 im Schloss Ebenrain Sissach. Der Baselbieter Regierungsrat Thomas Weber (2 v.r.) und sein Basler Kollege Kaspar Sutter (links) mit den Sieger-Winzern und den vier Staatsweinen.

Bild: Kenneth Nars/BLZ

Sieben Jahre ist es her. Sieben Jahre, seit die ehemalige CVP-Landrätin Sabrina Corvini den Grundstein für den Baselbieter Staatswein gelegt hat. Bei ihrem Postulat, das sie 2014 dem Landrat vorgelegt hat, wurde sie mit einer speziellen Situation konfrontiert. Denn wie das so ist, musste sie auch hier Werbung für ihre Sache machen. «Das Lobbying hat richtig Spass gemacht. Denn ich habe von links bis rechts, vom Laufental bis ins Oberbaselbiet positive Rückmeldungen erhalten», erzählt Jurymitglied Corvini bei ihrer Dankesrede. Denkanstoss war ein Anlass im Kanton Aargau, dem sie in ihrer Rolle als ehemalige Landrätin beiwohnen durfte. «Typischerweise enden solche Anlässe mit einem Apéro. Dort wurde der aargauische Staatswein ausgeschenkt, und ich hatte die Chance, den Winzer mit Fragen zu löchern.»

Premiere: Baselbieter Wein für den Stadtkanton

Speziell in diesem Jahr: Nicht nur der Staatswein Baselland wird im Schloss Ebenrain in Sissach zum fünften Mal gekürt, auch der Geschwisterhalbkanton aus der Stadt kürt zum ersten Mal mit. Somit wird zum ersten Mal kein südbadischer Wein bei Anlässen des Kantons Basel-Stadt ausgeschenkt. Mitjuror und Baselbieter Regierungsrat Thomas Weber meint dazu augenzwinkernd: «Obwohl wir die Vorliebe des ehemaligen Basler Regierungsrates Christoph Brutschin für badische Weine kennen, sind wir sehr froh, ihn als Mitinitiator dieser gemeinsamen Sache an Bord zu haben.» Im Allgemeinen steht dieser Nachmittag im Sissacher Schlossgarten ganz unter dem Motto «Euse Wy». Oder eben unter seinem städtischen Pendant «Unsere Wy».

Denn was auffällt: Nicht nur in der Jury befinden sich Grössen wie der Basler Grossratspräsident David Jenny oder der Baselbieter Landratspräsident Heinz Lerf. Auch unter den geladenen Gästen sind die Baselbieter Ständerätin Maya Graf, Ständerätin Eva Herzog und die Regierungsräte Stephanie Eymann und Kaspar Sutter. Dieser stellte sich als «Landwirtschaftsminister eines wichtigen Agrarkantons» vor und hatte die Lacher auf seiner Seite.

Die gute Laune zog sich wie ein roter Faden durch den Nachmittag. Schon bei der Jurydegustation der Hauptkategorie Blauburgunder vor Medienpublikum liess sich David Jenny den Jux nicht nehmen und meinte: «Da steigt die Anspannung gerade, wenn man vor Publikum degustieren muss.» Die anderen Kategorien wurden unter Ausschluss der Öffentlichkeit degustiert.

Insgesamt 70 Weine, die dem AOC-Standard entsprechen, wurden eingereicht. 69 aus dem Baselbiet und einer aus Basel-Stadt. Dieser überstand die Vordegustation unabhängiger Weinexperten nicht, und somit zogen insgesamt 12 Baselbieter Weine in die Endausscheidung der Kategorien Riesling-Silvaner, weisse Spezialitäten, Blauburgunder und rote Spezialitäten.

Premiere: Erstmaliger Gewinner aus Sissach

Sieger in der Hauptkategorie Blauburgunder sind Daniel und Ramona Wiedmer aus Sissach mit ihrem 2018 Blauburgunder. Daniel Wiedmer ist sichtlich stolz: «Wir waren bereits viermal im Finale. Umso schöner ist es, dass unser Blauburgunder heute zum Staatswein gewählt wurde.» Es sei den Leuten oft nicht bewusst, wie aufwendig eine solche Rebzucht ist, sagt Wiedmer. Ein gutes Jahr hätten sie klimatechnisch erwischt. Doch wie alle Anwesenden betont der Winzer, dass Weine aus dem Baselbiet oftmals mit Überraschung in der Restschweiz quittiert werden. «Wir machen 1% der Weine in der Schweiz aus, mit unserem Absatz decken wir vor allem die Region ab.» Das passt zum allgemeinen Bild, das dieser Sommernachmittag in Sissach transportiert: ein gemeinsames Projekt beider Kantone, das grosse Freude bereitet.

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