Museum
Sportmuseum schielt auf den Dreispitz

Das Schweizer Sportmuseum Basel sieht seine Zukunft auf dem Dreispitz. Dort, im Grenzbereich zwischen Basel und Münchenstein, soll das Museum endlich seine neue Heimat finden.

Jürg Gohl
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Museumsleiter Gregor Dill bestätigt, dass dazu gegenwärtig «interessante, vielversprechende Gespräche» geführt werden.

Als Alternative zum Dreispitz-Areal hätte sich Dill auch noch einen Standort im Bereich St.Jakob vorstellen können. «Dort wäre es näher daheim beim Sport, auf dem Dreispitz ist es dafür näher bei der Kultur», sagt er und tönt damit ungewollt den alten Zwiespalt seines Museums an: Es ist beides ein bisschen, aber keines richtig.

Wichtiger ist ihm aber, dass das neue Sportmuseum geografisch an der Grenze zwischen Baselland und Basel-Stadt zu stehen kommt, zwischen dem Sport-Kanton und dem Kultur-Kanton.

Heute befinden sich die Büroräumlichkeiten samt den bescheidenen Ausstellungsräumen an der Missionsstrasse 28 in Basel, am altehrwürdigen Ort.

Zudem unterhält das Sportmuseum Schweiz im Birsfelder Industriequartier Sternenfeld ein riesiges Lager, in welchem fast der gesamte Bestand mit den rund 150000 Ausstellungsobjekten mehr schlecht als recht gelagert ist: vom Fussballschuh von «Goldfiessli» Seppe Hügi über Marie-Therese Nadigs Goldhelm sowie alten und neuen Bobschlitten bis hin zu kunstvollen Sportfotografien und -plakaten.

Zahlt Baselland 150000 Franken?

Eine 15-köpfige Landratsdelegation nutzte im September die Gelegenheit, sich durch dieses Lager führen zu lassen. Damit wollte das Museum nicht zuletzt auf die eigene Not aufmerksam machen und in eigener Sache werben.

Denn morgen entscheidet das Baselbieter Parlament darüber, ob es mit Basel-Stadt gleichziehen und das Sportmuseum ebenfalls mit 150000 Franken pro Jahr unterstützen möchte.

Das wird von SP-Präsident Martin Rüegg gefordert, der dabei aber auch von SVP- sowie CVP/EVP-Politikern unterstützt wird. Und die Grünen bewiesen mit einer regen Teilnahme am Ausflug nach Birsfelden ihr Interesse am Sportmuseum.

Mit den Kantonsbeiträgen aus Liestal und Basel will das Museum den Betrieb und den Unterhalt der Sammlungen mitfinanzieren, während die gleich grossen Beiträge des Bundesamtes für Kultur und des Sport-Dachverbands Swiss Olympic spezielle Projekte, etwa die mobilen Ausstellungen zu Sport-Grossanlässen, mittragen.

In diesem Bereich feierte das inzwischen 65 Jahre alte Sportmuseum seinen letzten grossen Erfolg: 2 Millionen Panini-Bilder für Schwinger wurden abgesetzt, und sogar das Deutsche Fernsehen berichtete in seinen «Tagesthemen» über die Aktion.

Ein Schaulager für den Sport

Auf dem Dreispitz-Areal will das Sportmuseum nicht nur seine Basler Büros und sein Birsfelder Lager zusammenführen, sondern auch ein völlig eigenwilliges Konzept Tatsache werden lassen: ein Begeh-Lager.

Die Kuratoren treffen keine eng begrenzte Auswahl mehr, was der Besucher zu sehen bekommen soll. Ihm soll die gesamte Sammlung offenstehen. Dill schreibt in diesem Zusammenhang von einer «Demokratisierung der Museumskultur».

Kundige Führer können so eine Besuchergruppe, etwa einen Tennis-Verein, direkt zu den gewünschten Objekten, einer Federer-Reliquie, führen. «Ich bin fest überzeugt, dass sich ein Begeh-Lager schnell zu einer Perle entwickeln wird», sagt Dill, der beim Dreispitz sogar ein Vorbild ganz in seiner Nähe wüsste: das Schaulager in Münchenstein.

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