«PlanBasel»
Schon wieder Flyer gegen Aesch Nord aufgetaucht – dieses Mal mit prominenter Stimme

Die Gruppe «PlanBasel» hat in Aesch erneut Flyer verteilen lassen, die sich gegen Aesch Nord/Aesch Soleil richten. Und das wenige Tage vor der Gemeindeversammlung. Im neuen Flyer wird unter anderem die Zürcher SP-Nationalrätin Jacqueline Badran zitiert.

Benjamin Wieland
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Flyer Nummer 2 gegen Aesch Nord/Soleil: Unter anderem fand Jan Kirchmayr das Flugblatt in seinem Briefkasten, der Aescher SP-Landrat stellte Fotos davon auf Twitter.

Flyer Nummer 2 gegen Aesch Nord/Soleil: Unter anderem fand Jan Kirchmayr das Flugblatt in seinem Briefkasten, der Aescher SP-Landrat stellte Fotos davon auf Twitter.

Twitter/Jan Kirchmayr

Dieses Mal wählen die Autoren ihre Worte mit Bedacht. Es ist nicht mehr von Filz und Vetternwirtschaft die Rede. Ebensowenig wird die Aescher Gemeindepräsidentin als Dorfkönigin karikiert. Aber wie schon beim Exemplar, das über das Pfingstwochenende verteilt wurde, lautet der Titel abermals «Fehlplanung!».

Die Verfasser schreiben, sie hätten sich «aufgrund der heftigen Reaktionen» auf das erste Flugblatt dazu veranlasst gesehen, eine Gegendarstellung zu publizieren. Marianne Hollinger habe auf Einwürfe der Gegner von Aesch Nord – das Projekt wird seit vergangener Woche offiziell unter dem Namen Aesch Soleil vermarktet – zwar reagiert. Doch offensichtlich nicht im Sinne der Zweifler: Sie sprechen von Behördenpropaganda.

Berechnungen der Arealentwickler-Firma bezweifelt

Die Gruppe «PlanBasel» wiederholt ihre Hauptkritikpunkte: Die Gemeinde müsse sich wegen der Investitionen, die in die Entwicklung des heutigen Gewerbegebiets fliessen sollen, verschulden, und es würden viele Büroflächen produziert, die dann wahrscheinlich grösstenteils leer stünden. «Wer zahlt die neuen Schulhäuser, die Erschliessungsstrassen, den neuen Bus und das Parking für den Holzdom? Wer bezahlt den See und seine Betriebskosten?»

Aufgrund des ersten Flyers reagierte auch Jacqueline Badran. Die Zürcher SP-Nationalrätin griff die Kritik auf Twitter auf, sprach in einem Tweet davon, dass die Immobilienbranche eine der am stärksten subventionierten Branchen überhaupt sei:

Mit dem Bau des Sees und so weiter flössen indirekt öffentliche Gelder zu privaten Grundeigentümern und Investoren:

Auch Architekt Hans-Jörg Fankhauser wird wieder erwähnt. Der Inhaber von Fankhauser Arealentwicklungen sprach von Falschdarstellungen, die im ersten Flyer verbreitet worden wären. Die Gruppe «PlanBasel» bezweifelt erneut seine Aussage, bei Aesch Nord/Soleil handle es sich um eines der attraktivsten Gebiete im Kanton Baselland, was das Potential für die Neu-Ansiedlung von Unternehmen aus innovativen Branchen betreffe.

Zwar wird über den Holzdom erst an der Gemeindeversammlung im September abgestimmt. Trotzdem kommt, wie schon der erste, auch der zweite Flyer zu einem ungünstigen Zeitpunkt für die Planer und den Gemeinderat. Am kommenden Dienstag, 16. Juni, ist Gemeindeversammlung. Dann steht auch dieser Punkt auf der Traktandenliste: «Präsentation Projekt Kultur+Sport-Zentrum Löhrenacker ‹Dom›.»

Zugleich ist es für Marianne Hollinger die Abschieds-Gmeini als Gemeindepräsidentin. Die Versammlung wird trotz Corona durchgeführt.

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