Sonntagskrimi
Mörderischer Showdown im Birsfelder Hafen

Das Schweizer Fernsehen dreht im Birsfelder Rheinhafen Sequenzen für den Film «Mord hinterm Vorhang».

Tobias Gfeller
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«Achtung – alle auf ihre Plätze – Stellprobe – und bitte!» Die Kommandos von Regisseurin Sabine Boss hallen über das Areal des sonst schlafenden Birsfelder Hafens. Nur Dutzende von Scheinwerfern bringen Licht in die Dunkelheit. Es ist der finale Showdown, in dem der von Andreas Matti («Lüthi und Blanc», «Das Geheimnis von Murk) gespielten Bösewichts zuerst seine Gegner mit einer Schusswaffe in seiner Gewalt hat, schliesslich aber überlistet wird.

Dementsprechend gross sei die Spannung unter den beteiligten Personen, bestätigt Produktionsleiter Christos Dervenis. Was sich einfach anhört, ist auch für eine eingespielte Filmcrew des Schweizer Fernsehens Schwerstarbeit. Bis zu 50 Personen befinden sich auf dem Set. Laut Dervenis ist es «eine sehr aufwändige Produktion, die hier im Hafen ihren Höhepunkt findet».

«Ein Hauch von Kino»

Von Containern umgeben, wirken die Schauspieler wie kleine Figuren im riesigen Korsett des Rheinhafens. Der nur eine Richtung wirklich geöffnete Platz erscheint für die Filmaufnahmen wie gemacht. Zufällig stehe hier gar nichts, erklärt Christos Dervenis. «Jeder Container, jedes einzelne Licht und jedes Brett auf dem Boden wurde extra nach den Wünschen der Verantwortlichen von Kamera und Regie aufgebaut.» Möglich gemacht hat dieser immense Aufwand die Swiss Terminal AG, die in den Vortagen diesen Wünschen exakt entsprochen
hatte. Produktionsleiter Dervernis spricht deshalb auch von «einem Glücksfall, hier drehen zu dürfen».

Auch Schauspieler Andreas Matti empfindet die Stimmung im Hafen als sehr speziell. «Ein Hauch von Kino», bringt er es auf den Punkt. Im Gegensatz zu ihm verlaufen für den Produktionsleiter die Dreharbeiten am Set meistens ruhig. Im Wissen, seine grösste Arbeit schon getätigt zu haben, kann er von aussen die Szenerie genauestens beobachten. Er sei quasi der Supervisor, der im Vornherein dafür verantwortlich ist, dass alles und alle bereit sind, um die Szenen möglichst reibungslos in den Kasten zu bringen.

Spezielle Atmosphäre

Für den Aussenstehenden ist es auch nach langer Zeit nicht ersichtlich, wer am Set welche Aufgabe innehat. Es ist eine bunte Mischung aus Jung und Alt, die einen mit einem Knopf im Ohr, die anderen mit Sandwiches und Kaffeebechern auf dem Serviertablett. «Es ist genau diese Mischung, die jeweils am Filmset für eine spezielle Atmosphäre sorgt», verrät eine ältere Frau. Doch wie sie stehen die 48 anderen im Schatten einer grossen Persönlichkeit: Stephanie Glaser. Um die Grande Dame der Schweizer Schauspielerinnen dreht sich fast alles. Sie hat eine eigene Betreuerin, die ihr zwischen den Aufnahmen für kurze Zeit den Rollstuhl hinfährt und sie liebevoll mit Jacken zudeckt.

Zum Ausruhen kann sie sich in das eigens für sie wenige Meter neben dem Filmset stehende Wohnmobil zurückziehen. Denn nicht nur psychisch, sondern vor allem auch physisch sind solche nächtelangen Dreharbeiten harte Arbeit. Natürlich verlangt es das Drehbuch, dass sie es ist, die am Schluss das Lachen auf ihrer Seite hat. Ihr Gegenspieler machte die Rechnung ohne den Kran der Swiss Terminal AG und den Container, der sich plötzlich selbstständig machte.