Liestal
Liestaler Schüler besuchten für einen guten Zweck die DRS-Studios

Liestaler Schüler haben 19 eigene Geschichten für «Mütter in Not» der Spendenaktion «Jede Rappe zällt» geschrieben. Die bz hat die Klasse begleitet und die besten Geschichten zusammengefasst.

Sebastian Wendel
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Weihnachten ist ein Fest der Liebe und Geborgenheit. Doch nicht alle Menschen kennen das Gefühl und auch nicht an Weihnachten. Ein Beispiel dafür ist die Familie Peterson. Sie leben in einem einfachen, kaputten und ungeheizten Häuschen. Der Vater arbeitet in einer Schokoladenfabrik. Er arbeitet zwar den ganzen Tag, doch er verdient so wenig, dass er seine Familie kaum ernähren kann. Die Mutter ist zu Hause mit den kleinen Zwillingen beschäftigt. Charly, der 13-jährige Sohn, ist nach der Schule meistens in der Stadt, um Mützen und Handschuhe, die seine Oma gestrickt hat, zu verkaufen.

Die Zeilen stammen aus der Feder der zwölfjährigen Kathrin Jakob. Sie wollte eine Geschichte über arme Menschen schreiben, die Hilfe benötigten. Da sei ihr der Kinofilm «Charlie und die Schokoladenfabrik» in den Sinn gekommen, in dem ein kleiner Junge aus ärmlichen Verhältnissen in das geheimnisvolle Innere einer Süssigkeitenfabrik eintaucht und dem das Abenteuer seines Lebens widerfährt. «Ich finde, auch arme Menschen dürfen einmal etwas Schönes erleben», so Kathrin.

So konnte die ganze Familie zwar irgendwie leben, doch so richtig glücklich waren sie nicht. Ausser an Weihnachten. Da sassen sie alle zusammen am Kamin und erzählten sich gegenseitig Weihnachtsgeschichten. Die Mutter kochte auch immer etwas Spezielles. Und der Vater bekam von seinem Chef drei Tafeln Schokolade, die er den Kindern als Weihnachtsgeschenk schenkte.

Kathrins Weihnachtsgeschichte ist eine von 19, die die Schüler der Sekundarklasse 2q aus Liestal geschrieben haben. Jedoch nicht als Schreibübung im Deutschunterricht: Die Werke sind Mittelpunkt eines Klassenprojektes, das die schweizweit bekannte Spendenaktion «Jeder Rappen zählt» unterstützt. «Die Idee ist uns beim Mittagessen gekommen», sagt Lehrerin Sabrina Pfirter, die zusammen mit Simone Hagmann die 2q unterrichtet. Die Schüler seien sofort Feuer und Flamme gewesen, erinnert sich Pfister. «Jeder hat eine eigene Geschichte zum Thema ‹Mütter in Not› erfunden.» Die handgeschriebenen Stücke wurden kopiert, vervielfältigt und in farbige Rollen verpackt. Zwei Verkaufsnachmittage in Liestal spülten über 1100 Franken in die Spendenkasse.

Doch es kam noch besser: Die «JRZ»-Macher wurden aufmerksam und lud die Klasse in die Radiostudios nach Zürich ein, wo vier Weihnachtsgeschichten vertont wurden. Vorgelesen haben die Schülerinnen und Schüler persönlich. «Es war mega komisch im Studio, so ruhig und doch haben mich alle gesehen», sagt Kathrin. Die Geschichten laufen diese Woche im Nachtprogramm von DRS 3. Auch ein Fernsehbeitrag über das Klassenprojekt wurde gedreht.

Am Dienstag begab sich die Klasse nach Luzern, wo heuer die «JRZ»-Glasbox steht. Noch einmal verkauften die Jungautorinnen und -autoren ihre Weihnachtsgeschichten. Am Ende des Tages übergab die ganze Klasse den stolzen Betrag von 3006.45 Franken an «Jeder Rappen zählt».

Alles das erzähle ich euch aus einem guten Grund: Wir können das ändern! Indem wir Geld spenden an Organisationen wie zum Beispiel «Jeder Rappen zählt». Bei der Familie Peterson konnte ich das Problem anders lösen. Sie wohnen jetzt bei mir und helfen bei den Weihnachtsvorbereitungen. Also denkt daran, was ich euch gesagt habe!

Mit freundlichen Grüssen

Der Weihnachtsmann

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