Liesberg
Ein neues Feuerwehrmagazin, an dem längst nicht alle Freude haben

Entgegen der kantonalen Entwicklung hat Liesberg unter Misstönen ein neues Magazin für die eigene Dorffeuerwehr gebaut. Am Samstag wurde es feierlich eingeweiht.

Tobias Gfeller
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Das neue Feuerwehrmagazin im Seemättli in Liesberg konnte bereits im September bezogen werden.

Das neue Feuerwehrmagazin im Seemättli in Liesberg konnte bereits im September bezogen werden.

Tobias Gfeller

Während sich kantonsweit Feuerwehren zu Stützpunkten zusammenschliessen – ob gewollt oder von oben diktiert – setzt die Dorffeuerwehr Liesberg weiter auf den Alleingang. Im September 2020 konnte nach jahrelangen Streitigkeiten endlich das neue Feuerwehrmagazin im Seemättli bezogen werden. Am Samstag wurde es im Beisein des Baselbieter Regierungsrats Anton Lauber (Die Mitte) mit einem Fest eingeweiht.

Eine 1100-Seelen-Gemeinde, die ein neues Feuerwehrmagazin baut, hat heute Seltenheitswert. Aufgrund von mehreren Einsprachen kam es zu jahrelangen Verzögerungen. Drei Männer störten sich daran, dass das Magazin auf einer ehemaligen Abfalldeponie, die nie saniert wurde, zu stehen kam. Eine Subvention der Basellandschaftlichen Gebäudeversicherung in der Höhe einer Viertelmillion Franken verfiel aufgrund dieser Verzögerungen. Liesberg musste für das Feuerwehrmagazin sogar die Steuern erhöhen. Auch dahinter stand die Bevölkerung.

Der Baselbieter Feuerwehrinspektor Werner Stampfli ist auf das Projekt nicht gut zu sprechen. Dezidiert sagen möchte er das aber nicht und hält sich zurück. Er möchte sich nicht die Hände verbrennen, nachdem die Pläne für die Regionalisierung und Teilprofessionalisierung bei den lokalen Feuerwehren für Aufruhr sorgten. Die Gebäudeversicherung habe die Subvention zurückgezogen, der Rest sei Gemeindeautonomie, meint Stampfli zähneknirschend. Das heisst: Wenn die Gemeinde das bezahlen will, kann und soll sie es halt tun.

Schneller vor Ort dank der Feuerwehr im Dorf

Der Liesberger Feuerwehrkommandant und Präsident der Feuerwehrkommission Silvan Schweizer steht noch immer hinter dem Entscheid, lieber den Alleingang gewählt zu haben, als sich der Stützpunktfeuerwehr Laufental anzuschliessen – obwohl sich die Rahmenbedingungen in der Baselbieter Feuerwehrlandschaft mit der Tendenz zur Regionalisierung seit dem Kreditbeschluss verändert haben.

Der Feuerwehrkommandant und Präsident der Feuerwehrkommission Silvan Schweizer steht noch immer hinter dem Entscheid.

Der Feuerwehrkommandant und Präsident der Feuerwehrkommission Silvan Schweizer steht noch immer hinter dem Entscheid.

Tobias Gfeller

«Mit 38 Angehörigen sei die Feuerwehr Liesberg für eine Gemeinde dieser Grösse sehr gut aufgestellt. Mit der Feuerwehr im Dorf verkürzen sich die Ausrückzeiten um mehr als 15 Minuten im Vergleich zu einer Fahrt aus Laufen. Das ist bei einem Brand enorm viel Zeit. Dazu kommt, dass bei einer Stützpunktfeuerwehr nur Wenige die Lokalitäten in Liesberg kennen würden», glaubt Schweizer, der daran erinnert, dass auch Brislach und Kleinlützel noch immer auf eigene Dorffeuerwehren setzen. Auch Gemeindepräsident Markus Wackernagel unterstrich in seiner Ansprache die Bedeutung der kurzen Wege und Ortskenntnisse.

Die Feuerwehr Liesberg besitzt zwei Fahrzeuge. «Solange wir dies meistern können und die Mitglieder haben, funktioniert das prima im Dorf», bekräftigt Kommandant Silvan Schweizer. Er glaubt, dass durch die Identifikation mit der Dorffeuerwehr mehr Menschen bereit sind, sich in der Feuerwehr zu engagieren.

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