Fasnacht
Laufen hat eine hoch akute Fasnacht-Infektion

Zwei Stunden lang strömten in Laufen 48 Cliquen, Wagen, Guggen und Einzelmasken durchs Törli.

Roland Bürki
Drucken
Die Stedtli-Ruechä Laufen setzen ihr Spital in Szene. Fotos: Martin Töngi

Die Stedtli-Ruechä Laufen setzen ihr Spital in Szene. Fotos: Martin Töngi

«Laufen macht dicht», heisst das Motto der diesjährigen Fasnacht. Ein Waggis mauert auf der Plakette das Törli wegen des Hochwassers zu. Das sehen die mexikanisch angehauchten Lumpesammler, eine Gugge, auf ihrem Zeedel an alle Chicas und Hombres etwas anders: Laufen mache nämlich die Schotten wegen der regionalen Sozialdienste dicht.

Und diese These untermauern sie mit dem mächtigen «Elefantenmarsch», der die Mauer für wenigstens die nächsten Fasnachtstage zum Einsturz bringt. Zum Glück, denn so können die Pfluderi Fäger das Stedtli vor der «Maade in China», dem Buchsbaumzünsler, warnen. Ganz originell ihr Tambourmajor, der die Pfeifer und Tambouren als gefrässige Raupen mit einem Giftspritzenrohr dirigiert. Wie aus einem Guss auch ihr rassiger Whisky Soda. Auf der Buchs-Laterne liest sich dazu folgender Zweizeiler:

«E Buchsbaumblettli und e bitz Olivenöl, däm säge si im Wälsche «Amuse-Gueule»

Und schon raucht es zuhauf aus vulkanischen Schlünden: Der Eyjafjallajökull speit Asche und Rauch etwa bei der Lufthüler Clique oder bei den Stedtlistümern. Mit ihrer Idee hätten sie zahlreichen blockierten Fluggästen helfen können:

«Mir hätte nach e paar Bier einfach i Vulkan chönne seiche, mir miesste denn numme no breiche...!»

Vuvuzelas, die FIFA, Sepp Blatter und die WM in Katar sind bei verschiedenen Cliquen ein Thema. D’ Schnitz GmbH meint sec: «Oha, mir gö nach Doha», während die Nasegrübler Gugge lieber ihre Instrumente als die Vuvuzelas benützt.

Die Alperösler, mit Stumpen im Gesicht, lieben getreu ihrem Namen die Schweiz und erfrechen sich, in ihrer Alphütte gar Bü...Bü...Bünderfleisch feil zu halten. Die Birsgugger bringen als Sennen Frau Helvetia ein Ständeli, während die GaggEi-Waggis und die Dörli-Spränger eher Mühe mit ihren vier Hühnern bekunden. Mühe hat auch die die Gschwellti Clique mit der Schweizer Post, die auch überall dicht macht:

«Hätt me d Poscht z Wahle glo, miesst me jetz nit uff Laufe go!»

Die Hornviehzunft fährt mit einem Wunder-Wagen auf, der mit tollen Karikaturen, Versen und Wetterfröschen wahrlich nicht geizt. Ihre Sorge gilt dem CH-Kachelfrosch, der wegen seinem «Bockä mues i dr Chischtä hockä».

Seit 40 Jahren trumpft der Pfaffenbergler mit seiner One-Man-Show auf. Heuer propagiert er mit einem Windrad an jeder Kirche die Papa Strom AG und damit eine windparkfreie Challhöhe. Muss man gesehen haben! «Mir wei’s bhalte», fordern die Stedtli-Ruechä den Erhalt des Spitals Laufen und die coolen Ysfäger geben der Kehrichtabfuhr Bieli AG einen heissen Tipp:

«He Bieli, wenn du bim Kehricht noone Maa muesch haa, lüt doch em Herr Ademi uss Bürglen TG aa!»

Aktuelle Nachrichten