Solaranlage
«Landeplatz für den Heiligen Geist» auf der katholischen Kirche Ettingen

Die Ettiger Solargenossenschaft Gugger-Sunne kann auf der Südhälfte des Dachs der katholischen Kirche Ettingen Strom für rund 15 Haushalte produzieren. Die Photovoltaikanlage mit 58 Kilowatt peak soll in den ersten Monaten 2013 installiert werden.

Daniel Haller
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Die Photovoltaikanlage wird auf roten Dach des Ettinger Kirchenschiffs installiert.

Die Photovoltaikanlage wird auf roten Dach des Ettinger Kirchenschiffs installiert.

Die katholische Kirchgemeinde Ettingen vermietet der Solargenossenschaft Gugger-Sunne die Südhälfte des Kirchendachs für den Bau einer Photovoltaik-Anlage. Wie heute bekannt wurde, hat am Montag die Kirchgemeindeversammlung, an der mit 46 Stimmberechtigten doppelt so viele Personen als an einer normalen Versammlung teilnahmen, das Projekt einstimmig, ohne Enthaltung, abgesegnet. Solargenossenschafts-Präsident Hans Weber berichtet:. «Wir haben die Idee vor einem Jahr lanciert. Weil die Kirche ein markantes Objekt ist, war ein Meinungsbildungsprozess nötig.» Es habe praktisch keinen Widerstand gegeben.

Ausserhalb der Kernzone

Weber rechnet für die Anlage mit einer Spitzenleistung von 58 Kilowatt mit einer Jahresproduktion von 57000 Kilowattstunden, was rund dem Verbrauch von 15 Haushalten entspricht. Die Solargenossenschaft erstellt die Anlage auf eigene Kosten, die Kirchgemeinde ist nicht beteiligt. Der Standort- und Betreibervertrag sieht vor, dass die Kirchgemeinde 5 Prozent des Stromertrags bekommt. Die Solargenossenschaft rechnet mit 16000 Franken im Jahr, also würden 800Franken für die Kirche abfallen. Sobald die Anlage abgeschrieben ist, werde der Ertrag fifty-fifty geteilt, erklärt Weber. Dies sei in rund 25 Jahren zu erwarten.

Die Dorfkirche von Ettingen steht ausserhalb der Kernzone und steht nicht unter Heimatschutz, weil sie gar nicht so alt ist – sie wurde 1913/14 erstellt und erhielt die endgültige äussere Form mit dem Anbau einer Sakristei und mit dem neuen Turm 1937. Deshalb benötigt man für eine Solaranlage keine Baubewilligung. «Das Dach ist in Richtung Blauen ausgerichtet. Von der Dorfseite her wird das Erscheinungsbild der Kirche somit nicht verändert», erklärt Weber. Zudem sei vorgesehen, dass man die Ränder mit dunklem Blech abdeckt, sodass die ganze Dachfläche als farbliche Einheit wahrgenommen werde.

Bewahrung der Schöpfung ist ein christliches Thema: So bezeichnete der ZDF-Journalist Franz Alt Solarkraftwerke auf Kirchendächern als «Landeplätze für den Heiligen Geist». In der Region haben unter anderem Kirchen in Laufen und Birsfelden über Dachflächen für die Ernte von Sonnenlicht zur Verfügung gestellt.