Sissach
Kunsti soll zur Halle werden - und neun Millionen kosten

Sissach soll eine geschlossene Eishalle bekommen. Damit würden die Probleme der offenen Kunsteisbahn mit dem maroden Dach gelöst. Das Projekt ist auf knapp neun Millionen Franken veranschlagt.

Simon Tschopp
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Die Sissacher Kunsteisbahn soll eine vollständig geschlossene Hülle erhalten.

Die Sissacher Kunsteisbahn soll eine vollständig geschlossene Hülle erhalten.

bz

Der Sissacher Gemeinderat will Nägel mit Köpfen machen. Die Kunsteisbahn, die 2012 wegen des einsturzgefährdeten Dachs vorübergehend hat dichtmachen müssen, soll nun auch einen Mantel erhalten und neu als Eishalle daherkommen. Das Dach wird saniert. Das Bauvorhaben ist auf knapp neun Millionen Franken veranschlagt.

Am Donnerstagabend wurde das Projekt an einem Informationsanlass vorgestellt. Die bestehende Anlage zu sanieren komme nicht infrage, weil damit die Probleme mit der Feuchtigkeit im Holzdach nicht behoben werden könnten, erklärte der erfahrene Architekt Christian Peter, der von der Gemeinde Sissach mit einer Analyse beauftragt worden war. Aber wenn das Dach nicht saniert wird, muss die Kunsteisbahn in maximal fünf Jahren erneut geschlossen oder das ganze Dach abgebrochen werden.

Hockey und Curling getrennt

Peter präsentierte deshalb die Variante mit einer geschlossenen Eishalle, die zwar um gut 2,3 Millionen Franken teurer ist, aber einen Mehrwert bringt. Laut dem Chef der Peter Projektmanagement AG aus St. Gallen könnten zwar gut 600 000 Franken eingespart werden. «Davon rate ich jedoch ab, weil dann die Vorteile wieder aus der Hand gegeben werden.»

In der Eishalle sind eine völlig neue Infrastruktur und zusätzliche Räumlichkeiten vorgesehen. Die Eisflächen für Hockeyaner und Curler sind räumlich getrennt, was einen optimalen Eisbetrieb garantiert. Lüftung, Eisaufbereitungsanlage und Heizung werden ersetzt. Durch Wärmerückgewinnung ist der Ölverbrauch massiv kleiner. Die Betriebskosten steigen jedoch, weil mehr Strom benötigt wird. Die neue Eishalle lässt Zusatzveranstaltungen im Sommer und Winter zu. Sie ist für Events bis 5000 Personen ausgelegt. Zudem sind die Eisflächen früher verfügbar.

Der für die Finanzen zuständige Gemeinderat Lars Mazzucchelli rechnete vor, wie das Projekt finanziert werden soll. Die Gemeinde Sissach investiert fünf Millionen Franken, zwei Millionen werden von den umliegenden Kommunen erwartet und je eine Million Franken vom Kanton und von Sponsoren. Eine Aktiengesellschaft soll künftig die Kunsteisbahn betreiben. Derzeit besorgt dies eine Genossenschaft. Die Gemeinde als Eigentümerin schliesst mit der AG eine Leistungsvereinbarung ab. Diese sowie Statuten und Organigramm sind im Entwurf bereits vorhanden.

Am 20. Oktober stimmt die Gemeindeversammlung über den Baukredit ab. Bei einem Ja ist die Eishalle frühestens im Herbst 2018 fertiggestellt. Während der Wintersemester steht die Eisfläche jedoch zur Verfügung. Sollte das Begehren abgelehnt werden, müsste man laut Gemeindepräsident Peter Buser die Kunsteinbahn in absehbarer Zeit stilllegen.